Irenes Blog

Von Tieren und Menschen

Stellen Sie sich das mal vor…

22.September 2021

Sie haben eine Arbeit, die für Sie nicht einfach nur ein Job ist, sondern die Sie erfüllt. In der Sie aufgehen. Sie können sich keine andere Arbeit vorstellen, als die, die Sie machen.


Das ist für mich meine Arbeit, das, was ich seit über 16 Jahren mache, mit Leib und Seele und sehr viel Herzblut. Ich bin über einige Umwege zur Homöopathie gekommen und sie hat mich gefangengenommen. Heute ist für mich ein Buch über Homöopathie, Fallstudien und Mittelbeschreibungen das, was für andere ein Krimi ist. Nach all den Jahren lerne ich immer noch mit Begeisterung, was es über die homöopathischen Behandlungen zu lernen gibt. Und ich kann mir auf gar keinen Fall vorstellen, dass sich das einmal ändern wird. Ich habe so viel erfolgreiche Behandlungen begleiten dürfen, dass ich noch nie auf die Idee gekommen bin, die Wirksamkeit der Homöopathie und der Naturheilkunde anzuzweifeln.


Ich weiß, dass sich an dieser Heilmethode die Geister scheiden. Das habe ich selbst erleben dürfen, als ich meinen alten Beruf aufgegeben habe und in diesen Beruf gewechselt bin. Kommentare wie: Das bringt doch nichts. Was sollen denn so ein paar Globuli bewirken. Das ist doch nur Placebo. Davon kannst Du doch nie und nimmer leben. Du hast doch jetzt so einen tollen Job, wieso willst  Du das denn alles auf‘s Spiel setzen… waren noch welche der freundlicheren Art.


Ich hab es trotzdem gemacht. Nochmal neu angefangen in einem Beruf, der ja eigentlich nichts bringt. Er hat mir was gebracht: Erfüllung und Erfolg, die Freude, Tieren helfen und sie auf dem Weg in die Gesundheit begleiten zu können. Ohne schädliche Nebenwirkungen und ohne Medikamente, die oft mehr schaden als nützen und ohne massenweise Antibiotika und Co. Oft als Alleinbehandlung und manchmal auch als Begleitung zur allopathischen Therapie. Ich durfte einige Tierärzte kennenlernen, die meine Arbeit und mein Wissen anerkannt haben und ich fände es sehr wünschenswert, wenn dies in Zukunft nicht die Ausnahme bleiben sondern eher die Regel würde.

Und jetzt ist dieses Jahr im Juni vom Bundestag ein Tierarzneimittelgesetz beschlossen worden, das im Januar 2022 wirksam werden soll. Nach diesem Gesetz dürfen dann Tiere nur noch mit Arzneien behandelt werden, die auch für Tiere zugelassen/registriert sind. Und das gilt auch für die homöopathischen Arzneimittel.


Was bedeutet das für mich als Tierheilpraktikerin und für Sie als Tierhalter?


Die homöopathischen Arzneimittel sind für Menschen zugelassen, nicht ausdrücklich für Tiere. Für Tiere zugelassen sind nur sehr wenige homöopathische Arzneien, davon 11Komplexmittel und 8 Einzelmittel.


Wenn es also nicht gelingt, eine Änderung von diesem Gesetz durchzusetzen, dann kann das das Ende der homöopathischen Behandlungen für Tiere bedeuten.


Diesen Monat wird das Gesetz durch den Bundesrat gehen und dem Bundespräsidenten vorgelegt. Wird es so ‚durchgewunken‘ dann sind homöopathische Mittel in Zukunft nur noch beim Tierarzt erhältlich. Auf Rezept! Nicht mehr frei verkäuflich in der Apotheke und nicht mehr bei Ihrem/r Tierheilpraktiker/in.


Was bedeutet das?


Ist Homöopathie inzwischen doch als wirksame Heilmethode anerkannt? Obwohl sie doch eigentlich laut ihrer Kritiker/innen nicht wirkt?

Nein ist sie nicht. Das zeigt sich ja auch bei der homöopathischen Behandlung von Menschen. Immer wieder wird gefordert, dass dies nicht anerkannter Bestandteil einer Behandlung sein darf und die Kosten – obwohl einige Kassen sie erstatten – von den Patient/innen selbst getragen werden müssen.


Tierärzte dürfen und sollen nur behandeln, was sie studiert und gelernt haben! Das ist Verpflichtung und Gesetz. Dieses Gesetz wird aber gebrochen, wenn ein Tierarzt, der keine Erfahrung mit Homöopathie hat, diese plötzlich verschreiben/verordnen soll.


Fakt ist, dass die meisten Tierärzte keine, aber auch gar keine Ahnung  haben von Homöopathie. Tierheilpraktiker/innen die sich seit Jahren damit beschäftigen, Ausbildungen und Fortbildungen absolviert haben und das noch immer tun, dafür aber umso mehr. Sie haben – verbunden mit viel Kosten und Zeitaufwand – von anerkannten Homöopathiedozenten gelernt, haben oft selbst an Studien teilgenommen und nehmen an internationalen Kongressen teil, um ihre Patienten bestmöglichst und umfassend behandeln zu können.


Das ist ein Wissen, das meiner Ansicht nach so gut wie kein Tierarzt vorweisen kann. Es sei denn, er hat sich frühzeitig auf Homöopathie eingelassen und spezialisiert, weil er erkannt hat, dass die herkömmlichen allopathischen Behandlungsmethoden sehr oft nicht hilfreich sind oder einer homöopathischen Begleitung bedürfen.


Es gibt keine Verordnung darüber, welche Ausbildungen und welchen Wissensstand ein Tierarzt in Bezug auf homöopathische Therapien vorweisen muss. Muss er vielleicht gar keine vorweisen, weil er ja Medizin studiert hat?


Wenn das so ist, kann ich dann in Zukunft als Tierheilpraktikerin auch alle Tierarztpraktiken anwenden? Wie absurd ist das denn!

Das hat mit arbeiten und behandeln zum Wohl des Tieres nichts zu tun. Aber dies hat ja Geschichte, Tradition sozusagen! Schon unsere Landwirtschaftsminister/innen glänzen meist allein dadurch, dass sie keine Ahnung von artgerechter Tierhaltung haben, dies aber gründlich und zu 100%.Dafür aber ein paar Ideen, wie man das Tierwohl verbessern könnte. In 30 Jahren aber erst, die Umstellung darf ja nicht zu abrupt sein! Könnte ja sonst die Agrar- und Pharmalobby irritieren oder – noch schlimmer – auf die Barrikaden bringen.


Wenn die Politik nicht völlig unglaubwürdig werden möchte, sollte sie dafür Sorge tragen, dass dieses Gesetz wieder in einer Schublade oder, noch besser auf dem Müll, landet. Da wo es hingehört. Die Schubladen sind ja eh schon voll mit Gesetzen, die etwas bewirken könnten, aber leider viel zu unbequem sind, um sie durchzusetzen. Da ist so ein Erfolg, mal eben einen seriösen, sehr gut ausgebildeten Berufszweig komplett vom Tisch zu wischen oder dies zumindest zu versuchen, schon einfacher einzufahren.


Wäre man an soliden und ernsthaften Verbesserungen in Bezug auf das Heilwesen und den Tierschutz genauso engagiert, würde unsere Umwelt und vor allem die Welt unserer Tiere schon um einiges besser da stehen.


Mein größter Wunsch für den Moment ist, dass unser Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der vermutlich für die Ablehnung oder Genehmigung von diesem unverständlichen und ignoranten Gesetz zuständig ist, sich aufrichtig damit auseinandersetzt und es nicht zulässt, dass eine Heilmethode, die 1796 von dem deutschen Arzt! Samuel Hahnemann eingeführt wurde und seit langem praktikziert wird bei Tieren nicht mehr anwendbar sein darf.


Unterstützen können Sie uns alle mit der Unterzeichnung dieser Petition: https://www.openpetition.de/petition/online/therapiefreiheit-fuer-tiere-erhalten-tierarzneimittelgesetz-ueberarbeiten


Ich für meinen Teil werde mich weiterhin mit meiner Arbeit für die homöopathische Behandlung meiner tierischen Patienten einsetzen.

Für Sie als Tierhalter kann ich mir nur wünschen, dass Sie weiterhin Zugang zu homöopathischen Mitteln haben werden. Auf jeden Fall macht es jetzt noch mehr Sinn, sich eine gut ausgestattete Hausapotheke anzulegen, um dann im Falle eines Falles, das von der Tierheilpraktikerin Ihres Vertrauens empfohlene Mittel jederzeit parat zu haben ;-). Und natürlich gilt: wenn Sie Fragen haben zu Globulis oder eben dieser Hausapotheke, immer her damit. Diese zu beantworten gehört zu meiner Arbeit. Und die liebe ich ja über alles. Das zumindest kann kein Gesetz der Welt verbieten.

Sind oder waren Sie schon einmal Halter von einem "Nureintier"? Oder vielleicht sogar von mehreren?

24. Juni 2020

Also die ‚Nureintiere‘, die gibt es ja wie Sand am Meer. Überall findet man sie. Und sie haben die Eigenschaft – man könnte auch sagen: die Fähigkeit – sich ruckzuck in ein Menschenleben einzuschleichen und es um 100 % zu bereichern. Wenn man sie denn ließe… Die Menschen, die ‚Nureintiere‘ haben oder kennen, die lassen die aber nicht wirklich in ihr Leben. Die finden sie überflüssig und wertlos. Kann man auch mal wegkicken. Macht ja nix. Ist ja nur ein ‚Nureintier‘. Die kann man benutzen so lange man will und dann weg damit. Steht ja grad das nächste irgendwo rum. Ist auch nicht schlimm, wenn so ein ‚Nureintier‘ beim Sport verletzt wird oder gar umkommt. Oder wenn man mal drauf haut oder ihm anderweitig weh tut. Oder es in einen Lastwagen packt und ohne Wasser und Futter durch die Lande karrt.  Oder zu Ferienbeginn an einer Raststätte (dann hat das Nureintier aber Glück gehabt) aussetzt, weil es halt nicht mit soll. Oder in der Mülltonne entsorgt. Wird da schon nicht so lange weiterleben, in der Tonne.


ABER: findet man dann so ein ‚Nureintier‘, oder wird man von einem ‚Nureintier‘ gefunden und man lässt es dann in sein Leben, brechen wahrhaft bessere Zeiten an. Das ‚Nureintier‘ verändert alles. Aus einem Nureintier wird plötzlich ein kleiner Katzenderwisch, ein kleiner Kobold, der Lachen ins Haus bringt – und manchmal Mäuse. Oder ein Hundekumpel, der uns alle 5 Minuten mindestens einmal zeigt, wie sehr er sich freut, uns wiederzusehen – auch wenn wir grade nur aus dem Keller zurück gekommen sind. Und für den es nichts Schöneres gibt, wie mit uns rauszugehen, über die Wiese zu fegen und durch den Wald zu streifen.


Dann ist unsere Welt wieder rund. Zumindest ist das bei mir so. Am glücklichsten bin ich, wenn ich Tiere um mich rum habe. Ganz egal was für welche. Tiere, die ihre ‚Nureintier‘-Hülle abgestreift haben und zeigen dürfen was sie sind: Lebewesen, die Gefühle haben, die Zuneigung zeigen und Mitgefühl, die ein Herz und eine Seele haben und die unser Leben bereichern, wenn man sie lässt. Und Lebewesen die Kummer, Trauer und Schmerzen spüren. So wie wir.


Herr Tönnies, der ausschließlich ‚Nureintier‘-Tiere kennt,  erzählte kürzlich – anlässlich einer Stellungnahme zu den hunderten an Corona erkrankten Arbeitern in seinem Betrieb – er habe den Auftrag, dieses Land mit Fleisch zu versorgen. Und diesem Auftrag, dieser Aufgabe käme er nach. Herr Tönnies: anstatt mit smart gegelten Haaren so ein Statement ins Mikrofon und in die Kamera zu lügen, würde ich mir mal vorher überlegen, was ich da von mir gebe. Niemand, wirklich niemand – hat Ihnen den Auftrag gegeben, unser Land mit billigem Qualfleisch von Millionen ‚Nureintieren‘ zu überschwemmen. Sie müssen sich nicht opfern. Und Sie müssen auch nicht ihre Arbeiter opfern, schlimm genug, dass die unter solchen Bedingungen arbeiten müssen, weil viele von ihnen gar keine andere Möglichkeit haben, Geld zu verdienen. Und sei es auch noch so wenig, wie bei Ihnen. Sie sollten mal darüber nachdenken, wie man denn die Tier- und Menschenbehandlung in Ihren ‚Betrieben‘ verbessern könnte. Vor allem die Behandlung der Tiere, denn die können sich ja leider nicht wehren. Für die müssen Menschen die Stimme erheben.


Wehren könnten sich aber sicher die Fußballer des FC Schalke 04. Die müssten nicht in einem Verein spielen, in dem ein Herr Tönnies der Boss ist. Und wenn doch, könnten sie wenigstens mal Stellung beziehen. Zu dem, was der Boss so macht. Sie werden schon nicht gleich arbeitslos werden. Aber respektiert für eine solche Stellungnahme. Und Fußball verändert ja manchmal Leben. Vielleicht sogar Tierleben. Wär ja auch mal schön.


Wenn ich  auf einen Menschen treffe, der sagt: das ist ja ‚nur ein Tier‘ und sich von einem Tier nicht anrühren lässt, dann hat er sich mit diesem einen Satz oder mit dem ‚Nureintier‘ Schimpfwort ruckizucki aus meinem Leben geschossen. Und da bin ich dann auch nachtragend ( ja, mein Sternzeichen ist Stier und die vergessen genauso wenig wie die Elefanten). Da gibt es auch kein zurück mehr. Die Tür zu meiner Sympathie, Freundschaft und Respekt ist zu !


Closed, fermé, ciuso, stängt …. Und das dauerhaft. Es sei denn, dieser Mensch trifft irgendwann auf ein ‚Nureintier‘, das ihn anrührt, sein Denken umkehrt und sein Mitgefühl aufweckt. Dann könnten wir nochmal drüber reden. Über die geschlossene Tür. Aber nur dann!


Und ehrlich: ich würde mit großer Freude und viel Glück die Tür für viele, viele solcher Menschen wieder aufmachen. Und am liebsten würde ich sagen: Hallo Herr Tönnies! Schön, dass Sie dabei sind. Hoffnungsvoll Ihre Irene Keil


Und nun noch etwas in eigener Herzenssache: ich suche für mein/e Nureintier/e und mich ein ruhiges, friedliches Plätzchen zum leben: Häuschen, Wohnung, Stellplatz Tinyhouse. Gerne mitten in der ‚Pampa‘. Hauptsache ruhig und im Grünen mit etwas Garten! Bei Freiburg, Umkreis 50 km + ./. . Wenn Ihnen da etwas einfällt, melden Sie sich herzlich gerne bei mir. Vielen Dank!

Kommentare und Gedanken

Cathrin Caspari

24. Juni 2020

Hallo Frau Keil,

ein wirklich sehr schöner Text, ich stimme Ihnen voll und ganz zu. Liebe Grüße

Cathrin Caspari

Claudia Spielberg

27. Juni 2020 um 14:27

Liebe Irene,

endlich lese ich Deinen Newsletter¦.. Sehr berührend….


Claudia Spielberg

Harriet

27. Juni 2020 um 22:09

Vielen Dank für diese offenen und ehrlichen Zeilen. Das ist uns voll aus der Seele gesprochen. Eigentlich kann man Menschen, die Tiere nicht an sich heranlassen, nur bedauern. Sie werden nie erfahren, was sie da verpassen.

Was hat denn bitte die Telekom mit Bio, Tierschutz und Umwelt zu tun? Gar nix? Ein bisschen? Ganz...

09. Juni 2020

… schön viel? Und wenn ja – für wen?


Im Moment kommt es mir so vor, als lebte ich auf einem fremden Planeten. Ich versteh nicht, was um mich herum so alles passiert. Also ich nehme alles wahr, aber mir erschließt sich hinter so vielem nicht der Sinn. Ok denke ich dann, so ist das halt, wenn man ein bisschen älter geworden ist, da ändern sich die Werte und die Anschauungen. Hat mich früher genervt, das ewige ‚früher war alles besser‘ Gerede. War es nicht, in meinen Augen. Aber vielleicht verständlicher.


Oder waren mir früher einfach viel mehr Dinge egal? Haben mich nicht so berührt? Hauptsache es geht mir gut? DAS ist es, was mir heute auffällt: Hauptsache es geht mir gut ist wie ein Virus, der sich unermüdlich verbreitet. Aber der ist nicht neu, der Virus. Wird nur heute offener gelebt und ausgesprochen.


Vor kurzem war ich bei meiner Freundin zu Besuch und wir wollten abends gemeinsam kochen. Davor stand Einkaufen auf dem Programm. Ich griff zielstrebig nach den Bioprodukten und war völlig überrascht, als meine Freundin sagte: mein Mann kauft nie bio. Der findet das überflüssig und sinnlos. Da hat es mir doch erstmal die Sprache verschlagen. In so einem Moment fehlen mir leider sehr oft die Argumente – die kommen mir immer erst gefühlt Wochen später in den Sinn.


Und danach ist mir aufgefallen, dass im Fernsehen sehr häufig sogenannte Tests gesendet werden: Was schmeckt besser? Bio oder nicht Bio? Teuer oder billig?


Es geht doch nicht nur darum, was besser schmeckt ! Mal abgesehen davon, dass ich den Testern nicht immer die Kompetenz zuspreche, dies zu beurteilen. Jemand der immer stark verarbeitete Produkte mit hohem Fett- und Zuckeranteil zu sich nimmt, hat ein ganz anderes Geschmacksempfinden als jemand, der sehr naturbelassen kocht und viel mit Kräutern würzt.


Aber der Geschmack ist es ja nicht alleine. Was steckt denn hinter Bio? Hinter Bio steckt doch auch, dass Tiere besser gehalten werden (überwiegend jedenfalls), dass keine Giftstoffe in die Erde gebracht werden um einen höheren Ertrag zu erzielen, sondern dass dies über eine bewährte Pflanzfolge passiert und damit die Umwelt schont. Und die Menschen und Tiere natürlich, die diese Lebensmittel aufnehmen. Und den Vögeln, Bienen und Insekten zu Gute kommt und sie vor dem Aussterben bewahrt. Es wird kein Gift in unsere Luft und in die Gewässer geleitet.

Die Biobetriebe tun eine Menge für uns und unsere Umwelt. Ich bin froh, dass sie nicht mehr so belächelt und als weltfremd abgetan werden, wie es früher noch der Fall war (früher war eben doch nicht alles besser J ).


Unser System ist doch an sich: wer etwas toll macht, der soll dafür auch leistungsgerecht entlohnt werden. Dessen Produkte sind wertvoll und was wertvoll ist, soll entsprechend seinen Preis kosten. Da gibt es nun Menschen, die sich der Umwelt positiv und erhaltend verschrieben haben und was passiert? Erhalten sie Subventionen in Millionenhöhe? Wird täglich im Fernsehen darüber berichtet, wie gut sie ihre Arbeit machen und welchen Gewinn das für uns und unsere Umwelt bedeutet?


Nö. Wird nicht. Stattdessen werden Konzerne subventioniert, die uns mit Pestiziden überschütten. Massentierhaltungsbetriebe werden für entsetzliche Tierqual NICHT zur Rechenschaft gezogen (dafür aber gelobt und unterstützt von einer Julia Klöckner, seit dem 14. März 2018 Bundesministerin für (schlechte) Ernährung und (pestizidgesteuerte) Landwirtschaft. Die schafft es sogar noch, einen draufzusetzen und die Kastenstandhaltung für Sauen als gar nicht so schlimm auszurufen). Abmachungen, dass Ferkel nicht ohne Betäubung kastriert werden dürfen werden einfach nicht eingehalten und in die Ferne geschoben. Frau Klöckner fordert, dass Filme, die Tierqual und Verstöße gegen das Tierschutzgesetz in der Landwirtschaft nicht mehr als Beweismaterial für eben diese Vorgänge zugelassen werden dürfen, sondern statt dessen die Filmemacher verurteilt werden sollen. Verstehen Sie nicht? Können Sie nicht nachvollziehen? Ich auch nicht.


Es scheint niemandem aufzufallen, dass alle diejenigen, die permanent und ungerührt gegen die Natur arbeiten auch noch Geld dafür bekommen, anstatt endlich mal auf den Tisch zu bringen, welche enormen Kosten zusätzlich entstehen, um die Folgen dieses Handelns (Verunreinigung von Grundwasser, Übergüllung von Feldern, Artensterben durch Monokultur, Resistenzen durch übermäßigen Einsatz von Antibiotika) ansatzweise zu bereinigen. Diese ganzen Kosten, dieses ganze Zuwiderhandeln um des reinen Profites wegen, DIE müssen umgelegt werden auf die VERURSACHER. Und diese werden das aufschlagen auf ihre ‚Produkte‘. Dann wird es kein billiges Gemüse mehr geben, das in der Tonne landet wenn es nicht mehr schön genug ist. Kein Schweineschnitzel mehr für 99 Cent pro 100g. Wenn all diese Dinge mit eingerechnet werden, dann wird Bio nicht mehr teurer sein als rücksichtslos produzierte ‚Lebensmittel‘, dann wird das ganze viel gerechter.

Aber da stehen sie natürlich schon zu Hauf bereit und schreien Zeter und Mordio: die Massenproduzenten, die Politiker, die Pharmaindustrie, die Massentierhalter, die Monokulturlandwirte – alle die halt so schön gut von ihrem profitgeilen, rücksichtslosen und zerstörerischen Handeln leben können.


Und da frage ich mich: warum stehen WIR denn nicht zu Hauf bereit und schreien Zeter und Mordio. Warum ändern WIR das nicht mit unserem Konsumverhalten. Weil’s halt schön bequem und billig ist manchmal. Und wir eh schon so viel Stress haben. Und so eine Plastiktüte mehr oder weniger bringt die Weltmeere jetzt doch nicht zum kippen. Oder?


Ich schließ mich nicht aus davon. Auch ich achte nicht immer in dem Maß auf Dinge, die ich tun könnte. Und ich bin frustriert bis unter die Halskrause, wenn ich mir Mühe gebe und Zeit und Geld investiere und dann sehe ich an jeder Ecke die Beispiele von denen, die nix tun. Und denen das kack egal ist. Sie wissen schon: mir doch egal wenn in China ein Sack Reis umfällt. Fast genauso ein bescheuerter Spruch wie im Hundetraining, wenn sich 2 Hunde beharken bis einer blutet und der Trainer sagt: macht nix, die machen das schon unter sich aus. Das ist einfach dumm! Brunzdumm! Und ärgerlich! Und frustrierend. Jawohl!


Manchmal löst das so ein ‚dann ist mir das halt jetzt auch egal‘ –Gefühl aus. Und dann lese ich etwas über kleine Firmen mit engagierten Menschen, die tolle Ideen haben. Die zum Beispiel einen wachsenden Kalender gemacht haben mit Saatgut aus vergessenen Sorten. Oder aus alten Fahrradschläuchen superschöne Taschen und Rucksäcke herstellen. Und Mahi Klosterhalfen, der mit seiner Albert Schweitzer Stiftung große Firmen zum Umdenken in Bezug auf Lebensmittel und vor allem Tierhaltung bewegt. Und Menschen, die sich zusammenschließen und verhindern möchten und damit auch erfolgreich sind, dass weltweit radikal und sinnlos Wälder abgeholzt werden und denen unsere noch bunte Erdkugel am Herzen liegt. Menschen, die wieder und wieder dazu aufrufen, aufzustehen gegen Bayer und Monsanto. Und damit vielen Leuten gehörig auf die Nerven gehen – und das ist richtig so. Die nicht hinnehmen wollen, dass hier noch immer Stopfleber von Qualmastgänsen verkauft und konsumiert wird. Dass es plötzlich viel ruhiger ist in den Gärten, weil unsere Singvögel immer weniger werden. Vielleicht ist ihnen das Singen auch inzwischen vergangen. Könnte ich ziemlich gut verstehen. Also weg mit dem: ist mir egal-Gefühl. Und mehr von: das kann es doch nicht gewesen sein. Wir können erreichen, dass sich Dinge verbessern. Das damit Anfangen ist nicht so schwer. Das Weitermachen und Durchhalten braucht oft richtig viel mehr Kraft. Und Motivation. Und Mitstreiter. Aber die gibt es ja. Wir müssen sie nur finden!


Und was hat das jetzt alles mit der Telekom zu tun? Vor ca. 2 Jahren hat die Telekom in unserem Viertel Leitungen erneuert. Alles schneller, schöner, besser. Dazu mussten auch in den Wohnungen manche altmodischen Dinge ausgetauscht werden. Bei mir war es ein Router. Meiner war noch völlig ok, die Telekom sagte mir aber: wenn Sie den nicht austauschen lassen, können Sie bald nicht mehr telefonieren. Sagte sie sicher nicht so direkt, kam aber so rüber. Und der alte? Können Sie entsorgen. So viel zum Thema Nachhaltigkeit. Nach langem Hin und Her hab ich murrend eingewilligt, der neue Router kam mit Anleitung zum Anschluss. Techniker, die so etwas machen, gibt es glaub ich nicht mehr. Sind wahrscheinlich wegrationalisiert. Nach 2 Tagen ohne Telefon lief dann alles wieder und ich habe nicht mehr dran gedacht. Bis vor kurzen mein Router abends plötzlich alle Lichtzeichen einstellte und dunkel in der Ecke stand. Meine Hoffnung, dass die Telekom vielleicht etwas an der Leitung arbeitet und am nächsten Morgen schon alles wieder funktionieren würde, starb mit eben dem nächsten Morgen. Der Mitarbeiter der Störungsstelle stellte dann auch via Beschreibung über das Handy fest, dass der eigentlich neue Router kaputt wäre und kündigte an, einen neuen zu schicken. Bis dahin wäre ich halt ohne Internet, ohne mail und ohne Festnetzanschluss. (Nein an die Schlaumeier: ich rufe meine mails nicht über das Handy ab). Dann fragte der freundliche Mitarbeiter noch, ob ich denn den Router gemietet oder gekauft hätte. Wenn er nämlich gemietet ist, dann wird er kostenlos ersetzt. Ist er aber gekauft, muss ich dafür € 499,00 berappen. Das hat mir dann doch die Sprache verschlagen. Ich erklärte, dass mir der Router zugestellt wurde, weil die Telekom Veränderungen vorgenommen hatte und mein alter nicht mehr tauglich war. Aber dann ist er doch nicht gemietet, sagte Herr Telekom. Nein ist er nicht, aber gekauft habe ich ihn auch nicht, war meine Antwort. Das ist egal, Sie müssen den dann halt bezahlen. Nach längeren Diskussionen haben wir eine für mich unbefriedigende Lösung gefunden, aber ich brauch halt dieses Telefon. Und er hat öfter gesagt, dass er meine Aufregung gut verstehen kann. Ich war nicht aufgeregt, ich war sauer. Stinksauer! Und fand das ganze Geschäftsgebaren schlichtweg ungerecht. Es war mir auch kein Trost, dass dem Telekom Herrn dasselbe auch schon bei O Two passiert ist….


Wie auch immer, das Wochenende und auch die ersten 3 Tage der folgenden Woche durfte ich ohne Internet, ohne e-mails und ohne Telefon verbringen. So lange dauert das selbst in der heutigen Zeit, in der eigentlich ein Päckchen innerhalb von 24 Stunden irgendwo ankommen könnte, bis mein neuer Router eintreffen soll. Den ich dann selber anschließen werde. Und der sich dann von selber mit einem Chip konfiguriert. Kann gar nichts schiefgehen.


Das Blöde an der Sache: meine Kunden können mich leider nicht erreichen. Und ich kann ihnen auch nicht auf meiner Homepage mitteilen, dass es gerade ein technisches Kommunikationsproblem gibt und ich keinesfalls ihre Anfragen ignoriere oder nichts mehr mit ihnen zu tun haben möchte.


Das Tolle an der Sache : es ist unfassbar ruhig hier. Nix klingelt oder blinkt, ich muss nicht dauernd in irgendwelchen News lesen, welchen bullshit Herr Trump mal wieder getwittert hat, muss mir keine Dauerlügen anhören von wegen ‚natürlich herrscht in unserem Land Pressefreiheit‘ (wahlweise Russland oder China oder wer auch sonst noch so dafür in Frage kommt) oder mich von Bayer/Monsanto darüber informieren lassen, dass ihr Glyphosat selbstverständlich auf gar keinen Fall krebserregend ist…. Nix davon dringt zu mir durch. Und dafür sage ich jetzt echt mal: Danke Telekom. Plötzlich habe ich ganz viel mehr Zeit übrig. Das hat mich dazu gebracht, in Ruhe mal wieder etwas zu lesen, mir Gedanken über die Dinge des Lebens zu machen und darüber, was eigentlich wirklich wichtig ist. Und was ich will und vor allem auch, was ich nicht will. Und welche einfachen Möglichkeiten es gibt, in meinem Rahmen Dinge zu verbessern.


Und damit ist die Eingangsfrage, was die Telekom mit Bio, Tierschutz und Umweltschutz zu tun hat schon beantwortet und der Kreis schließt sich.

Und wer sich jetzt denkt: Ja aber die muss doch gar nicht dauernd im Internet sein, und nicht dauernd ihre mails checken. Richtig! Muss ich nicht, habe ich aber automatisch getan. Ist halt so, bzw. war halt so. Das ist wie mit dem Bio und dem Einkaufen und der Rücksichtnahme. Manches wird einem erst mal so richtig bewusst, wenn man abschaltet und in Ruhe darüber nachdenkt.


Und dafür war die Zwangspause schon mal gut. Aber heute ist erst Sonntag. Meine Gedanken sind geordnet, die Vorsätze gefasst, neue Weichen gestellt. Nochmal 3 Tage hätt ich nicht gebraucht. Und es muss ja nicht immer gleich ein Router kaputt gehen, damit man was ändert in seinem Leben….


…hätt aber auch schlimmer kommen können :-)

Kommentare und Gedanken

Conny

9. Juni 2020 um 22:04

Liebe Irene,
vielen Dank für deinen wunderbaren Blog. Du sprichst mir aus der Seele!
Herzlich,
Conny

Nicole

10. Juni 2020 um 15:35

Irene, du bist einfach klasse. Danke für diesen Zeilen

Irene Keil

10. Juni 2020 um 16:32

danke

Luise Baumgartner

17. Juni 2020 um 9:35

Liebe Frau Keil, mit großem Interesse lese ich Ihre Blogs. Sie bewegen mich umzudenken. Danke dafür.
Herzliche Grüße Luise

Gabi Vavassori

17. Juni 2020 um 11:39

Danke, du sprichst mir aus der Seele

Manchmal braucht es einfach einen Erklärbär! So wie jetzt zum Beispiel!

21.März 2020

Zur Zeit fühle ich mich etwas ratlos in Raum und Zeit. Ähnlich wie in der Zeit‚ zwischen den Jahren – da ist alles ein bisschen wie unter einer großen Käseglocke. Das ist aber nicht das, was ein ungutes Gefühl bei mir auslöst. Ich habe plötzlich viele Fragen in mir und keine Antworten darauf. Oder total viele Antworten – und die sind alle komplett gegensätzlich.


Ich verstehe vieles nicht und das Blöde ist, dass die meisten anderen auf diesem Planeten auch grade vieles nicht verstehen. Und deshalb nichts dazu sagen können. Die sind mir aber viel lieber als jene, die keinen Plan haben aber viel dazu sagen. Egal was, ich finde, jetzt wäre der gute alte Erklärbär hilfreich, der Licht in mein Dunkel bringt und mir sagt, woher denn mein ‚Unwohlgefühl‘ kommt. Liegt es daran, dass plötzlich überall so viel Angst und Schrecken verbreitet wird? Ist es nicht so, daß Angst die Menschen (und die Tiere, eben alle Lebewesen) lähmt und krank macht? Daß Angst und Schrecken unser Immunsystem schädigt und damit anfälliger macht für alles, was hier so negativ und viral durch die Gegend fliegt?


Und ist es nicht so, dass sich die Dinge, Worte, Bilder, die ich am häufigsten sehe oder höre, sich am tiefsten in mein Gedächtnis und meine Gedanken eingraben? Das ist ja u.a. auch ein Grund, warum wir beim Erlernen einer Fremdsprache Worte und Sätze bis zum Abwinken wiederholen. So lange halt, bis wir sie intus haben. Auch im Traum. Und das funktioniert mit guten und mit schlechten Nachrichten. (Ich entscheide mich jetzt lieber mal für die Guten!)


Aber trotzdem komme ich nicht umhin, mich damit auseinanderzusetzen. Es gibt ein Virus – wie schon viele vorher – das diesmal unser aller Leben lahm zu legen scheint. Und es gibt keine Medikamente und keinen Impfstoff dafür, bzw. dagegen. Da hinkt unser Gesundheitswesen hinterher. Das war auch bei den anderen Viren schon so. Plötzlich wird geforscht und getestet, weil es jetzt ja ein neues Virus ist. Und da können wir nix gegen machen.


Da frage ich mich doch – und nicht nur mich – ist das wirklich so? Wir haben im Moment keine medizinische Lösung, aber seit Jahrtausenden ist die Menschheit mit ähnlichen Situationen konfrontiert worden. Und seit Jahrtausenden haben wir die Naturheilkunde, Pflanzenheilkunde, Heilpilze, die Homöopathie und können diese heilend einsetzen. Warum tun wir das dann nicht??


Wir haben eine Möglichkeit zu heilen und zu unterstützen und wir nutzen sie nicht. Die Mehrheit zumindest nicht. Warum? Weil die Überheblichkeit und die Borniertheit von bestimmten Personen es nicht zulässt, über den Tellerrand zu blicken, Alternativen zu suchen. Auch wenn sie nicht in ihr Schema passen. Und Globuli ja nicht schaden können. Sind ja nur Zuckerkügelchen.


Forscher und Mediziner sagen, sie tun ALLES, um Menschenleben zu retten. Tja, nur stimmt das leider nicht. Weil es kann ja nicht sein, dass alternative Heilmethoden einen Erfolg bringen, das schafft nur die Schulmedizin.


Aber – und das ist meine Wutfrage an den Erklärbär – warum versuchen wir es nicht einfach? Warum machen wir es nicht einfach, so lange es die einzige Möglichkeit ist, die wir haben? Und die einzige, die keine heftigsten Nebenwirkungen hat? Es gibt so viele ausgezeichnete und renommierte naturheilkundlich arbeitenden Ärzte. DIE sollte man jetzt mal zu Rate ziehen und aufhören, alles was man nicht kennt, von dem man nichts weiß, in Frage zu stellen. Und Neuem eine Chance geben. Stillstand und ewiges Hinterherrennen (oder –forschen) hilft nix. Null komma nix. Und eines ist ziemlich sicher: Irgendwann kommt das nächste Coronavirus. Heißt dann halt wieder ein bisschen anders. Wenn man jetzt die Chance nutzt, dann kann man beim nächsten Mal vielleicht schon einen Schritt voraus sein. Apropos: Vorbeugen kann jeder für sich selber. Bisschen weniger Junkfood, bisschen mehr Bewegung, bisschen mehr Gemüse und vor allem: mehr Wert auf die Qualität der Dinge legen, die man in sich ‚hineinlässt‘. Das gilt für jegliche Art von Input, auch für den geistigen.


Ich bin absolut dafür, in der jetzigen Situation mehr Abstand zu anderen Menschen zu halten und Gruppentreffen zu vermeiden. Ich bin absolut dafür, verstärkt auf Sauberkeit und Desinfektion zu achten und Kontakte einzuschränken. Aber ich bin genauso absolut dagegen, eine Massenhysterie auszulösen und unüberwindbare Ängste zu schüren, indem man die Menschen mit Hiobsbotschaften förmlich zuschüttet und ihnen keinen Raum für ein bisschen Fröhlichkeit lässt.


Plötzlich haben die meisten für uns viel mehr Zeit, sind viel ansprechbarer und ich wünsche mir sehr, dass uns dies hilft, zu erkennen, wer und was denn wirklich wichtig ist. Das haben wir vielfach aus den Augen verloren. Jetzt wäre der Moment, uns neu darauf zu besinnen. Also: rauf auf’s Sofa mit Buch und Katze, raus in den Wald mit dem Hund, ganz allein ohne Ablenkung. Die Sinne auf das Wesentliche gerichtet. Unsere Vierbeiner zum Beispiel. Wenigstens die freuen sich, dass das Leben irgendwie grade anders ist.


Bleiben wir gesund, guter Dinge, aufgeschlossen und empathisch. Und über allem den Tellerrand nicht vergessen! Der Schiffsverkehr liegt vielerorts brach, nichts geht mehr. Aber ruckzuck haben sich Delfine und Fische in die Häfen ‚zurückgeschlichen‘. Die Flugzeuge bleiben am Boden. Und der Himmel wird blauer und die Luft sauberer. Wir sollen uns in unseren Wohnungen aufhalten. Und bekommen damit die Gelegenheit, uns wieder mehr auf uns zu besinnen. Schulen und Kitas sind zu und Eltern beschäftigen sich mit ihren Kindern. Wir verlieren Geld, vielleicht auch viel Geld, aber wir gewinnen Zeit und hoffentlich auch Kreativität. Und erhalten die Chance, mit unseren zwei- und vierbeinigen Lieben eine ganz andere, wertschätzendere Bindung einzugehen und sie neu kennenzulernen. Und wir haben die Möglichkeit, unsere Umwelt und die Mitmenschen anders zu erleben, Gemeinschaften aufzubauen.


Wir sind nicht in einer dauerhaften Katastrophe gefangen, die Umstände werden sich wieder ändern. Und inzwischen drücken wir die Taste ‚Reset‘. Neustart nach dem Absturz. Und machen was draus. Was Gutes! Auch damit dürfen wir rechnen: es passiert immer auch was Gutes! Da bin ich mir ganz sicher. Der Erklärbär hat’s gesagt. Und der weiß das!

Kommentare und Gedanken

Claudia

22. März 2020 um 17:14

Liebe Irene,
Ein sehr schöner Artikel, der sich mit meiner Überzeugung deckt. Wir haben die Chance, nach dieser Krise anders weiterzugehen. Es wird in jeder Hinsicht viel „kosten“. Das macht mir Angst, da muss ich mir gegenüber ehrlich bleiben. Und dennoch sehe ich die Chance. Ich habe Anfang des Jahres gesagt, 2020 wird ein gutes Jahr. Und wer weiß, vielleicht sagen wir in der Rückschau: das war nötig, damit etwas Neues beginnen kann. Trotz aller Sorge bin ich gespannt, wie wir z. B. Ende des Jahres auf das alles schauen.
Bleib gesund- in jeder Hinsicht.
Alles Liebe Claudia

Irene Keil

22. März 2020 um 18:36

Ich würde am Ende des Jahres gerne sagen: was für ein Jahr. Sollte mein Topjahr werden. Und das ist es auch geworden. Mit Höhen und Tiefen und aufregend. Aber am Ende gut. Für uns und die Welt.

Claudia

5. Mai 2020 um 21:09

Bleiben wir dabei, Irene?!

Ulrike Jahn

28. Mai 2020 um 19:27

Hallo Irene,
wie immer super geschrieben, ich freue mich sehr wieder Beiträge von dir zu lesen,
bin ganz deiner Meinung, nur gut, dass es den Erklärbär gibt

Liebe Grüße
Ulrike

Kennen Sie noch den Werbeslogan: Nur die Milch macht´s?

17.März 2019

Und haben Sie sich jemals gefragt: ja was macht die denn eigentlich, die Milch ?


Mit diesem Thema beschäftigte sich am Freitag, den 15.03.19 eine Sendung im 3Sat. Ich hab mir die Sendung angesehen und war überrascht, wie überzeugt da ein Jungbauer mit ca. 1000 Milchkühen die Meinung vertrat, dass Kühe gar nicht nur Gras brauchen sondern unbedingt Kraftfutter. Und daß das auch gar nichts schadet. Der Überraschung ist dann aber sehr schnell die Wut gefolgt. Alles, was wichtig war, hatte mit Management zu tun. Die Tiere spielten dabei – außer als Wirtschaftsfaktor –  keine Rolle. Und bei all den Infos pro und contra Milch wurde mit fast keinem Wort erwähnt, dass Kühe nicht einfach so Milch geben, sondern nur, wenn sie trächtig sind oder ein Kalb haben.


Das heißt also auch, dass die Kühe nach jeder Geburt baldmöglichst wieder besamt werden, um diesen Milchkreislauf aufrecht zu erhalten. Und was passiert dann mit den Kälbern? Die kommen nach einem oder zwei Tagen in ein Kälberiglu und werden damit von ihren Müttern getrennt. Und Mutter und Kalb brüllen sich oft tagelang die Seele aus dem Leib vor Kummer und Trennungsschmerz.


Jede Mutter liebt ihr Kind.


Es ist egal ob die Mutter Haut, Fell oder Federn hat.


Wir tragen also mit jedem Schluck Milch den wir trinken, mit jedem Stück Käse, das wir essen dazu bei, dass Kühe quasi dauerträchtig gehalten werden. Und dass Kuh und Kalb leiden, wenn sie getrennt werden. Auch dass die Kälber mit Milchpulver gefüttert werden, weil die Milch für Menschen gebraucht wird, liegt an unserem Milchkonsum. Und – was wiederum so gut wie nirgendwo erwähnt wird – wir tragen dazu bei, dass die männlichen Kälber nach kürzester Zeit in einen Mastbetrieb gehen und dann sehr jung geschlachtet werden. Die ersten 10 Tage dürfen (?) sie noch in ihrem Iglu bleiben, denn so verlangt es das Tierschutzgesetz. Erst dann ist nämlich der Nabel verheilt und erst dann dürfen Tierkinder transportiert werden.


Männliche Kälber haben keinen Nutzen für die Bauern, das ist nicht anders als mit männlichen Küken. Die Küken werden gleich geschreddert, die Kälber erst noch gemästet und dann geschlachtet. Das gilt übrigens auch für Demeterbetriebe. Auch hier werden die männlichen Kälber in ‚konventionelle Betriebe überstellt‘. Hört sich nur etwas neutraler an.  Auch dass zur Käseherstellung im allgemeinen Kalbslab verwendet wird, wissen viele Menschen, die sich vegetarisch ernähren, nicht. D.h. die meisten Käsesorten sind eben gar nicht rein vegetarisch. Kalbslab wird aus den Mägen von Saugkälbern gewonnen, diese werden dafür getötet. Also ist da nix vegetarisch mehr am Käse. Inzwischen gibt es aber die Möglichkeit, Käse mit mikrobiellem Lab herzustellen. Und darauf können wir beim Käseeinkauf achten um das Leid der Tiere ein kleines bisschen zu mildern.


Und wir können uns ab heute bei jedem Einkauf fragen, ob wir denn wirklich Milch brauchen. Und ob sie wirklich so gut und gesund ist. Für uns. Dass sie es für Kühe und Kälber nicht ist, diese Frage brauchen wir uns nicht mehr zu stellen. Wir wissen, dass sie es nicht ist.  Es sei denn, die Kuhmilch fließt von der Mutterkuh ins Kalb. Dahin, wo sie hingehört. In sehr kleinem Rahmen gibt es das schon. Bei Höfen mit Mutterkuhhaltung. Das ist zumindest mal ein Schritt in die richtige Richtung: in Richtung Tierwohl.


Einen Lichtblick gab es aber in dem 3Sat Film: das Gut Rheinau. Hier leben nach strengen Richtlinien ca. 55 Milchkühe. Es wird kein Kraftfutter zu gefüttert und die Kälber dürfen bei ihrer Mutter trinken, bis sie 4 – 6 Monate alt sind. Klar sind Milch und Käse, die hier produziert werden teurer als bei den Discountern. Aber da wird die Milch halt auch nicht einfach überproduziert, dann verramscht oder weggeschüttet, weil es zu viel davon gibt. Und das wirkt sich auf alles aus: auf die Gesundheit von Mensch und Tier, auf die Umwelt und nicht zuletzt können diese Landwirte von ihrer Arbeit leben. Und wer, wenn nicht wir, könnte mit dem Kauf solcher Lebensmittel dazu beitragen, das Gesamtwohl zu verbessern. Und immer wieder mal ein Stück Käse oder eine Flasche Milch NICHT zu kaufen tut das auch.


Und wie mache ich das jetzt mit Käse und Milch? Ich persönlich bin dabei, für mich einen Weg zu finden. Konsequenterweise sollte das bedeuten: Milch und Käse nein danke. Milch ist für mich  kein Thema mehr, ich mochte sie eh nur im Milchkaffee, pur ging nie. Aber Käse, den mag ich schon. Also kaufe ich Käse von Betrieben, die sich dem Tierwohl verschrieben haben. Und die kein Tierlab sondern mikrobielles Lab verwenden. Aber im Hinterkopf bleiben  sie natürlich trotzdem, die Bilder von den Kälbchen in ihren Iglus mit den Milchpulvereimern. Und das Wissen darum, was in der Milchindustrie so im Argen liegt. Und vor allem, wer das ausbaden muss. Wir sind das nicht!


Ach ja: ich glaube übrigens nicht, dass Milch gesund ist. Aber das ist ein anderes Thema.

Kennen Sie das? Sie haben eine Idee für ein tolles, himmelstürmendes Projekt...

30.März 2018

Sie sind davon völlig begeistert. Und dann kommt der Alltag dazwischen und die Idee bleibt auf der Strecke. Taucht immer mal wieder auf und dann auch wieder ab. Schade eigentlich, denn so verstauben so viele gute und hilfreiche Ideen in der Schublade. Ich habe heute morgen eine meiner Ideen aus meinem ‚eigentlich-möchte-ich-Karton‘ geholt und werde die subito in die Tat umsetzen. Ich führe für mich den Spendenfreitag ein. Und der erste Spendenfreitag ist heute, am Karfreitag. Ab sofort spende ich jeden letzten Freitag im Monat einen Betrag für den Tierschutz. Finden Sie jetzt nicht so bahnbrechend? Ich schon. Wenn ich von sagen wir durchschnittlich € 120,00 im Monat ausgehe, dann sind das im Jahr? Richtig: € 1.440,00. In 5 Jahren sind das dann schon € 7.200,00.


Wenn ich nur 5 andere Menschen damit anregen kann, sich meiner Idee anzuschliessen, dann sind das in einem Jahr € 7.200,00 und in 5 Jahren € 36.000,00. Das ist ein großer Berg Geld. € 120,00 pro Monat sind zuviel? Kein Problem, rechnen wir das mit € 50,00 pro Monat. Sind bei 5 Menschen, die sich auch dafür begeistern lassen pro Jahr € 3.000,00 und in 5 Jahren € 15.000,00. Ok, auch € 50,00 sind nicht immer regelmässig machbar. Aber € 10,00 pro Monat schaffen sehr viele. Macht in einem Jahr bei 5 Mitspendern € 600,00 und in 5 Jahren € 3.000,00.


Und jetzt stelle ich mir mal zu meiner großen Freude vor, dass ich hier mit dieser Aktion Menschen erreiche, von denen sich je mindestens 5 mit monatlich € 120,00, 5 mit € 50,00 und 5 mit € 10,00 für den Tierschutz einsetzen, dann haben wir in einem Jahr gemeinsam € 54.000,00 zusammen bekommen, mit denen wir Tiere in Notsituationen helfen können. Das ist so ungeheuerlich viel und so leicht zu schaffen.


So viele Zahlen sind ja sonst so gar nicht meins, aber für diese hier kann ich mich jetzt richtig begeistern. Was ich erreichen möchte ist, dass wir rausgehen aus dem Mitleid, rausgehen, aus dem ‚oh je, ich kann das Elend nicht sehen‘. Den Tieren helfen wir nicht mit unserem Mitleid, sie brauchen unsere Unterstützung, ein Dach über dem Kopf, etwas zu essen und eine artgerechte Haltung. Und unsere Wertschätzung. Wir können weder darauf warten, dass andere etwas tun noch dass unsere Politiker irgendetwas verbessern werden. Die fangen vielleicht 2030 damit an. Aber so lange möchte ich nicht warten. Und so lange sollen auch so viele Tiere nicht weiterhin leiden müssen.


Deshalb starte ich heute mit einer Spende von € 120,00 an Salvate Canes e.V., Strassenhunde aus Rumänien……und ab jetzt jeden letzten Freitag im Monat mit weiteren Spenden an Tierschutzorganisationen. Ich würde mich von Herzen freuen, wenn Sie sich anstecken lassen von meiner Idee, meiner Vision, meinem persönlichen Freitagsprojekt. Danke dafür !!


Ach und fast hätte ich das vergessen: wenn Sie dies erst am Samstag lesen oder am Montag oder Mittowch…. dann starten Sie halt Ihr persönliches Samstags- Montags- oder Mittwochsprojekt. Muss ja nicht der Freitag sein, jeder Tag ist gut zum Helfen


Wenn Sie mir schreiben, wen Sie wann mit welchem Beitrag unterstützt haben, dann werde ich das regelmässig veröffentlichen und wir können uns gemeinsam darüber freuen, wie erfolgreich wir sind und was wir alles bewegen können.

Warst Du eigentlich schon immer so ein Hundemensch?

4.Februar 2018

Diese Frage hat mir vor kurzem eine Kundin gestellt und damit eine wahre Gedankenflut losgetreten. Ich mochte Hunde schon immer, aber früher war ich eher deren ’natürlichen Feindinnen‘ , den Katzen, zugetan. Und diese haben mich auch die längste Zeit in meinem Leben begleitet. Hunde waren prima, aber ich hatte nie so viel Zeit, so dachte ich, dass ich einen dauerhaft in mein Leben lassen konnte. Ich war mit ‚Gassihunden‘ unterwegs, das hat mir viel Freude gemacht und mich manchmal vor die Frage gestellt, warum macht der Hund jetzt gerade das, was er macht?


Und dann kam irgendwann der Tag, an dem mir klar wurde, dass ich beruflich ‚irgendwas mit Tieren‘ machen möchte. Das Irgendwas war dann eine Ausbildung zur Verhaltenstherapeutin für Tiere. Gefolgt von der Ausbildung zur Tierheilpraktikerin und zur Tierkinesiologin. Aber noch immer haben privat die Katzen mein Leben begleitet. Und diese Katzen haben sich ganz nebenbei und zu meiner großen Freude zu Hundeakzeptierern entwickelt.


Es gab immer wieder Momente, in denen ich mir überlegte, einen Hund dauerhaft zu mir zu nehmen. Und da ich viel mit Hunden aus dem Tierschutz zu tun hatte, haben mich auch viele Menschen gefragt, ob ich nicht einen Notfall aufnehmen könnte. Mit schwerem Herzen habe ich mich immer dagegen entschieden und geholfen, einen guten und passenden Platz zu finden. Ich hatte und habe noch oft einen 10-Stunden-Tag. Natürlich könnte ich einen Hund immer mitnehmen. Aber ist das so hundegerecht? Mitnehmen, im Auto lassen, zwischenrein Gassi gehen? Und was ist im Sommer, wenn es zu heiß und was im Winter, wenn es zu kalt ist, den Hund im Auto zu lassen? Ich würde doch genau das machen, was ich nicht gut finde: für mein eigenes Wohlgefühl einen Hund ins Haus holen und ihn dann stundenlang alleine zurücklassen. Ich hatte ja schon den Katzen gegenüber dauernd ein schlechtes Gewissen – und die waren zu Zweit und Freigänger. ABER: ich habe mir eine Hundeleine gekauft. Sie gut sichtbar in den Flur gehängt und mir gedacht: irgendwann kommt da schon der passende Hund dazu.


Und dann habe ich eines Tages einen Termin für ein Hundetraining angenommen. Angetroffen habe ich dort eine äußerst ungnädige Hundedame, die grollend und fletschend unter dem Tisch lag und mich zu der Überlegung veranlasste, ob ich nicht lieber wieder gehen sollte. Ich bin nicht gegangen, sondern habe meine Arbeit gemacht. Und habe mich total in diese Kratzbürste verliebt. Im zweiten Anlauf und da dann auch auf Gegenseitigkeit. Und plötzlich war alles ganz einfach. Lunas Frauchen (heute eine liebe Freundin) war einverstanden, dass sie mich begleitet, mir beim Welpentraining hilft, mit auf Hundespaziergänge und Hundetrainings geht und mit mir Fortbildungen für Mensch und Hund besucht. Aus der Kratzbürste ist mein Herzenshund geworden. Ferien mit Hund machten mich glücklich und einfach zusammensein noch glücklicher.


Plötzlich hatte ich ein warmes Gefühl im ganzen Körper, wenn ich Luna abholte, wenn wir einfach zusammen irgendwo am Bach saßen oder ich ihr eine Fährte legte und sie sich freute wie Bolle. Ich fand, dass sie das schönste Hundelachen der Welt hatte. Und wenn sie vor mir herlief und sich dann umdrehte und mich anschaute, dann hätte ich ihr jedesmal Löcher ins Fell knuddeln können vor grenzenloser Hundeliebe.


Ich hatte eine Art ‚Hundesharing‘ und das hat erstaunlicherweise super funktioniert. Für uns alle. Und ich hatte in Luna einen Hundecoach. Sie war nicht so einfach. Mit Hunden und Katzen schon, mit Menschen nicht so. Und anfangs hat sie mich öfter mal in Situationen gebracht, über die ich heute lachen kann, die mir damals aber ein bisschen peinlich waren. Beim ersten geführten Hundespaziergang zum Beispiel: 8 Menschen mit Hund versammeln sich zum Trainingsspaziergang auf dem Park & Ride. Es fängt an leicht zu nieseln und Luna sagt: Sorry, ich steig nicht aus, wenn es regnet. Geh doch  alleine, ich warte hier. Und als ich nachdrücklicher das Aussteigen eingefordert habe, hat sie auch nachdrücklicher darauf hingewiesen, dass sie Regen nicht mag. Letztendlich kam sie dann mit, aber es hat etwas gedauert. Über 10 Jahre hat sie mich begleitet und ich habe unendlich viel mit und von ihr gelernt. Sie war mein Herzenshund, meine große Hundeliebe. Letztes Jahr mussten wir sie gehen lassen. Und es ist noch immer eine große Lücke und sehr oft eine große Leere in mir. Ich denke täglich an sie, sie ist in meinen Gedanken und meinem Herzen.


Ich war nicht schon immer ein Hundemensch. Ich war schon immer ein ‚Tiermensch‘ und das bin ich noch – bedingunslos. In das ‚Hundemenschsein‘ bin ich reingewachsen. Und dabei hatte ich eine großartige Begleiterin. Danke Luna.


Mit diesem Artikel habe ich teilgenommen an Anna’s Blogparade https://der-hund-als-berufung.de/blog. Und dort viele wunderbare Beiträge zum Thema Hund und Mensch gefunden.

Kommentare und Gedanken

Santos

6. Februar 2018 um 23:00

Danke Irene diese Geschichte rührt mich zu tiefst.

Irene Keil

7. Februar 2018 um 14:25

Danke Dir.

Linda Booz

15. Januar 2019 um 14:12

Ja, die Frau Keil ist schon ein besonderer Mensch !!

Du willst nach Schwedisch Lappland??? Da ist es doch total kalt. Und immer dunkel im Winter!

4.Februar 2018

Und sooo viel Schnee. Mit einer Gruppe? Skiwandern? Schneeschulaufen? Das sind doch alles Sachen, die Du überhaupt nicht magst! So oder so ähnlich waren die Kommentare auf meine Mitteilung, ich würde das Silvester 2016/2017 in Schwedisch Lappland feiern. Genauer gesagt im Nationalpark Stora Sjöfället, ein paar hundert Kilometer nördlich vom Polarkreis. Mit Schneeschuh-wandern und Tourenskilaufen in einer kleinen Gruppe, organisiert von 8Seasons4Woman. Hatte ich noch nie vorher gehört. Aber in der Ausschreibung stand etwas von Polarlichtern erleben – und das habe ich mir schon lange gewünscht. Über alles andere habe ich mir ehrlich gesagt nicht so viele Gedanken gemacht. Ich habe kurz entschlossen gebucht und gleich noch ein paar Verlängerungstage auf einer Huskyfarm drangehängt.


Erst danach habe ich mal auf der Karte geschaut, wo das eigentlich ist. Aber egal. Die Polarlichter möchte ich sehen. Unbedingt. Der Flug ging über Stockholm nach LLulea. Von dort ca. 4-5 Stunden mit dem Bus weiter. Auf dem Flug Stockholm – Lulea schaute ich aus dem Fenster, unter mir alles dunkel aber viele viele blinkende Lichter. Es war gefühlt 22h, aber ein Blick auf die Uhr bestätigte: 15.30h. Neben mir sass ein Ehepaar, das in Lulea lebt und auf dem Rückweg von einem Städtetrip von London war. Die Frau fragte mich, wo ich denn hin wollte und ich sagte: nach Stora Sjöfället? Wohin? Storja Sjöfallet. Schweigen. Dann die Frage: was willst Du da denn? Da kann man nicht hin im Winter, da ist alles zugeschneit. Ich versuchte zu erklären, aber Heidi Maria (so hiess sie) konnte sich für mein Reiseziel um diese Jahreszeit so gar nicht erwärmen. Letztendlich drückte sie mir ihre Visitenkarte in die Hand und sagte: Pass auf, wenn es ganz schlimm wird, dann kommst Du einfach bei uns vorbei. Du kannst gerne bei uns wohnen. Spätestens da kam leichte Panik auf.


Wir kamen pünktlich in Lulea an, der Bus stand bereit, weiter ging es bei Schneetreiben durch die Dunkelheit Richtung Norden. Das Schild, das den Polarkreis anzeigte war nicht wirklich zu sehen, weil eingeschneit. Irgendwann dann die Ankunft in der kleinen Anlage. Ein leichtes, spätes Abendessen und Bezug der Zimmer.


Am nächsten Tag trafen wir uns zum Frühstück und dann ging es los mit den Schneeschuhen. Es schneite und es war kalt und es war einfach wunderbar. Unberührte Natur, Landschaft so weit das Auge reichte. Nach ca. 4 Stunden kehrten wir zurück, aßen zu Mittag und um ca 15h wurde es tatsächlich dunkel. Also ab in die Sauna bis zum Abendessen. Später zusammensitzen am Kamin oder lesen und am nächsten Tag ging es weiter.


Ich habe jeden einzelnen Tag genossen. Nur die Polarlichter habe ich nicht gesehen. Bis zum 31.12. Um 22h waberten sie plötzlich in unglaublichen Farben um das Haus, ich stand sprachlos draussen und konnte es nicht fassen. Eine sehr entrückte Stimmung kam auf, Staunen und Schweigen und ein tiefes Gefühl von Zufriedenheit und Glück. Und Dankbarkeit. So etwas schönes sehen zu dürfen.

Zwei Tage später reiste ich mit zur Huskyfarm und blieb dort noch 4 Tage. Das Licht dort war viel heller, die Sonne schien, der Himmel war strahlend blau. Die Hunde tobten über den eingefrorenen See. Ich habe die Gastfreundschaft unendlich genossen und wurde von Tag zu Tag enspannter. Auch die Temperaturen, die dann mal kurz von heftigem Schneetreiben begleitet in den Keller gingen, konnten mich nicht aus meinem Wohlgefühl reißen.

Ich habe jeden einzelnen Tag genossen. Alles, was man mir gesagt hatte, stimmte: es war kalt, aber es war eine trockene angenehme Kälte. Und mich den richtigen Klamotten war es überhaupt kein Problem. Ich habe nicht einmal gefroren. Es wurde früh dunkel. Aber nicht so viel früher als hier. Und durch die Massen von Schnee, wurde das Licht reflektiert und das war unglaublich schön.


Was mir keiner gesagt hatte: es herrscht eine wohltuende Stille. Man hört das Stapfen durch den Schnee, den Wind, das Rauschen der Bäume, alles wirkt so gedämpft und besänftigend. Die Uhren gehen langsamer. Die Kälte und das spezielle Licht oder eben auch die spezielle Dunkelheit wirken entschleunigend. Und das ist sehr angenehm. Ich war nach 10 Tagen in schwedisch Lappland extrem entspannt. Und das Schöne daran: es hat echt angehalten. Über viele Wochen.


Im September darauf bin ich nochmals hingeflogen. Die erste Woche habe ich alleine in einer Hütte am See verbracht. Und auch das genossen. Danach bin ich wieder auf die Huskyfarm gezogen. Zu den Menschen und den Hunden und der Landschaft, die mir so an’s Herz gewachsen sind. Und ich habe es wieder genossen.


Nächste Woche packe ich meine Koffer. Und dann fliege ich wieder in den Norden. In die Kälte, die für mich keine mehr ist, in die Dunkelheit, die gar nicht so dunkel ist. Und zu den wunderbaren Zwei- und Vierbeinern, bei und mit denen ich eine wunderschöne Zeit verbringen durfte und wieder darf.

Kommentare und Gedanken

erich

15. Januar 2018 um 15:18

Fantastischer Blogartikel, der all das so an Vorurteilen und Erwartungshaltungen gegenüber Kälte und Dunkelheit darstellt und beschreibt. Wir waren im Dezember für 2 Wochen auf verschiedenen Weihnachtsmärkten in Österreich und Deutschland unterwegs und wir hatten gerade damit Schwierigkeiten, das frühe Dunkel und die Kälte, die ich nicht mehr gewohnt bin, da ich schon seit Jahren nun im tropischen Nordosten Brasliens lebe…Gratulation zu diesem Blog, der Stille, Dunkelheit, Kälte und Licht im hohen Norden als Wohlfühloase beschreibt…!!

Wer kennt das nicht, mit den guen Vorsätzen zum Neuen Jahr...

6.Januar 2018

ich habe mir diesmal hauptsächlich eines vorgenommen: Schone Deine Nerven. Hat echt auch super geklappt. Bis gestern. Lag wohl auch daran, dass mich seit Jahren zum ersten Mal wieder eine richtige Grippe erwischt hat, und ich viel zu schwach zum mich Aufregen bin…Aber gestern – des ewigen im Bett liegens müde- habe ich mal um 18.45h oder so in SWR aktuell geschaut. Ganz entspannt. Bis…. eine Reportage von einer Reporterin namens Sandra Biegger gezeigt wurde.


Thema war die afrikanische Schweinepest, deren Virus wohl die Wildschweine in sich tragen (können) Erwiesen ist das noch nicht. Weil es keinen Impfstoff gibt, sieht der Bauernverband Rheinland Pfalz nur EINE Lösung: um das Ansteckungsrisiko zu minimieren, sollen mehr Wildschweine geschossen werden.


Nach Informationen von ‚Experten‘ könnten unsere heimischen Wildschweine die Erreger aufnehmen, beispielsweise indem sie Wurstreste fressen, und dann unsere Hausschweine mit dem Virus infizieren. (Nein, ich hab das auch nicht verstanden! Aber ich bin ja auch keine Expertin. Zumindest nicht so eine.)


Nach dieser Erklärung wird ein Schweinezuchtlandwirt eingeblendet. Reporterin Frau Biegger: Der Herr Uwe Bißbort ist sehr betroffen. Bei ihm dreht sich alles nur um seine Schweine, die sind sein Leben. 800 Sauen hat er in seinem Stall. Und 3 Eber. Und dann wird Herr Bißbort eingeblendet. Streichelt eine seiner 800 Sauennasen und streut ein bisschen Heu über den Sauenkopf. Er sagt: ‚Da krieg ich Tränen in die Augen, wenn ich daran denke. Wenn sich nur eine Sau infiziert, müssen alle Sauen getötet werden. Alle. Und die 3 Eber, mit denen bin ich quasi auf Du und Du. Die folgen mir wie die Hunde.


Und dann kommt der Schwenk auf die Sauen: ALLE in Kastenständen. Können sich keinen Meter vor oder zurück bewegen. Eine Muttersau mit Ferkeln. Die Ferkel liegen in einer kleinen Box neben dem Kastenstand, in dem die Mutter liegt.


Ja Mensch Herr Bißbort, das nenn ich wahre Tierliebe. Und klar, wär ja zu traurig, wenn die sich infizieren. Von den Wildschweinen draussen. Das Wort draussen kennen Ihre Tiere gar nicht. Nicht gesehen, nicht gefühlt. Wie bitte sollen die Viren denn von den Wildschweinen in ihren klinisch reinen Schweinestall kommen? Die sterben schon vor Entsetzen an der Eingangstür. Und haben Sie schon mal davon gehört, dass das Halten von Schweinen in Kastenständen Tierquälerei und Tierleid bedeutet?


Und Frau Biegger vom SWR: wissen Sie eigentlich, was Sie da erzählt haben, in Ihrer Reportage? Mal drüber nachgedacht? Bevor der SWR so etwas unter das Volk streut. Das ist schwach. So was von schwach! (und nein, ich schreibe nicht, es ist schwachsinnig, obwohl ich das zugegebenermassen gerne täte). Da interviewen Sie einen Landwirt, der seine Tiere gegen jegliche Artgerechtheit hält und bedauern den dann vielleicht auch noch? Warum recherchieren Sie nicht lieber darüber, wie man überhaupt mal die Verbreitung des Virus stoppen könnte, und in welcher Form es denn generell vorhanden ist. Und warum es in WURSTRESTEN vorkommen soll. Wurstresten, die von Menschen in den Wald geworfen wurden? Deren größter Anteil vorher (vor dem in den Wald werfen) von Menschen gegessen wurde. Ja mei, haben denn jetzt die Menschen in Rheinland Pfalz alle das afrikanische Schweinepest Virus in sich? Müssen die jetzt auch vermehrt zum Abschuß freigegeben werden? Und warum, Frau Biegger, verlieren Sie kein Wort darüber, wie die Tiere von dem Herr Bißbort gehalten werden? Und wie das denn übereinstimmen kann mit dem ‚ach die Tiere sind einfach mein Leben‘ und der gezeigten Einpferchhaltung. Keine Luft, keine Sonne, keine Bewegung. Schon von Ferkelleben an. Das nenn ich mal Emphatie! Kommt halt immer drauf an, auf welcher Seite man steht.


Und wie ist denn das Virus in die Wurst gekommen? Müssen jetzt vielleicht die Massenwurstproduzenten dafür grade stehen. Ach nee, vergessen Sie das, DIE können ja nie für irgendwas und sind es nie gewesen! Also, wenn ich nicht schon seit Jahren vegetarisch leben würde, dann würde ich mir jetzt gerne die Wurst vom Brot nehmen lassen.


…und für den Fall, dass Sie sich das Video aus SWR aktuell gerne selber mal anschauen möchten (weil ich könnte mir das ja auch alles nur ausgedacht haben) kommt hier der Link: swrmediathek.de/player.htm?show=82122400-f24d-11e7-a5ff-005056a12b4c

Kennen Sie auch dieses Gefühl von

31.August 2016

Einschnürung im Hals, man glaubt, nicht mehr schlucken zu können, man fühlt sich wie gelähmt und ist unfähig einen Gedanken zu fassen oder sich zu bewegen – vor Entsetzen. Vor Entsetzen von etwas unfassbar Schrecklichem, das einem gerade begegnet oder begegnet ist. In Sekundenschnelle fräsen sich Bilder in unser Gedächtnis, die uns noch ewig begleiten werden.


Dieses Entsetzen überfällt mich, wenn ich unvorbereitet furchtbare Bilder von Tierquälerei sehe, wenn ich sehe, was hilflosen Tieren angetan wird, wenn ich ihre Augen, ihren Gesichtsausdruck und ihre Körperhaltung sehe. Bevor ich mich diesem Anblick entziehen kann, habe ich die Bilder im Kopf und bekomme sie nicht mehr raus. Das beschäftigt mich und lässt mich nicht mehr los.


Und ich frage mich, welchen Sinn es macht, diese Bilder zu verbreiten. Was bewirken sie? Helfen sie, die Welt und das Leben der Tiere zu verbessern? Ich glaube nicht. Sie lösen Entsetzen aus. Und dabei bleibt es leider meist. Und das Verbreiten kann auch für manch krankes Gehirn Inspiration sein. Inspiration, mal zu schauen, wie so etwas geht und was es auslöst.


Ich frage mich auch, warum der- oder diejenige, die dieses Bild oder den Film gemacht hat, nicht eingegriffen hat, anstatt das ins Netz zu stellen. Oder was ich tun kann, um diese Zustände zu verändern, abzuschaffen.


Diese Gedanken treiben mich um. Und an. Und zwar dazu, heute einen Appell gegen die Gedankenlosigkeit zu starten und eine Bitte auszusprechen, sich mit den Folgen von Handlungen zu befassen.


Fast alle, die ich kenne sind für den Tierschutz, finden es furchtbar, wenn Tiere gequält oder getötet werden. Wenn das wirklich so ist, warum läuft dann so viel schief?


Wie passt es zusammen, dass jemand Regenwürmer oder Schnecken von der Straße auf die Wiese trägt, damit sie nicht zertreten oder überfahren werden – im Gegenzug aber beim Discounter die XXL Packung mit Fleischprodukten kauft, deren Inhalt sicher nicht von glücklichen Tieren stammt.


Wie passt es zusammen, dass jemand sein Haustier mit allen möglichen Nahrungsergänzungmitteln gesundheitlich unterstützt, sich aber empört, wenn ich eine Futterumstellung auf hochwertiges Futter mit Fleisch aus artgerechter Tierhaltung vorschlage, weil das viel zu teuer würde. Spart aber längerfristig Kosten für gesunderhaltende Maßnahmen. Und viele kleine gelbe Plastiktütchen, weil Hunde bei guter Ernährung ihr Futter besser verwerten können und deshalb weniger kacken. Und das ist auch noch gut für die Umwelt..


Wie passt es zusammen, dass jemand vehement seine vegetarische Ernährung vertritt, sich aber keine Gedanken darüber macht, dass die meisten herkömmlichen Käsesorten mit tierischem Lab hergestellt werden. Tierisches Lab ist ein Enzym, das aus dem Magen von Kälbern (oder Ziegen oder Schafen), die noch mit Milch gefüttert werden ‚gewonnen‘ wird. Und dieses Lab kann man nicht einfach abzapfen, dazu muss das Tier getötet werden.


Passt natürlich gar nicht zusammen und das ist es auch, was ich damit meine, sich Gedanken über die Folgen unseres Tuns zu machen.

Ist doch eigentlich ganz einfach: wir alle können enorm viel tun, um Dinge zu verändern. Im Kleinen und auch im Großen. Wir brauchen uns nur von der passiven Seite auf die aktive Seite bewegen. Kostet nix, außer etwas Mühe, Nachdenken und Konsequenz. Dass so etwas aber auch Folgen für das persönliche Umfeld hat, werden wir schnell merken. Ist auch nicht immer so schön, aber nur Heulen und Zähneklappern bringt’s halt auch nicht.


Und das wären die Alternativen:


Wenn ich Fotos oder Filme von misshandelten Tieren sehe oder Berichte darüber lese, dann klick ich die nicht einfach mit ‚teilen‘ an, sondern ich tue etwas. Zum Beispiel unterstütze ich eine Organisation, die tatkräftig gegen diese Missstände vorgeht. Oder – wenn ich es live erlebe, greife ich ein. Das ist superschwer und es bringt Angstgefühle hoch, weil ich ja nicht weiß, welche unmittelbaren Folgen mein Handeln hat. Und heute ist die Gewaltbereitschaft einfach sehr hoch ( Die Hilfsbereitschaft aber auch). Ich kann mir aber eine andere Person als Helfer mit ins Boot holen, zu zweit ist man stärker.


Ich ziehe die Konsequenzen aus meinem Handeln. Wenn ich Tierquälerei nicht ertragen kann, dann kann ich auch kein Billigfleisch mehr kaufen. Auch nicht im Tierfutter. In der Konsequenz kann ich dann überhaupt kein Fleisch mehr kaufen. Egal von was für einem Tier. Ausnahme: ich habe ein Haustier. Darüber muss ich mir vorher klar sein. Eine Katze z.Bsp. ist ein reiner Fleischfresser. Da läuft nix mit vegan oder vegetarisch. Das macht die Katze krank. Also kommt hier wieder das Tierfutter mit Fleisch aus artgerechter Haltung ins Spiel. Und das muss es mir dann auch wert sein.


Ich gehe nicht mehr in ein Lokal – auch wenn die Betreiber noch so nett sind und das Lokal noch so angesagt – wenn dort Foie Gras auf der Speisekarte steht. Foie gras (französisch für „Fettleber“) ist eines der furchtbarsten Beispiele dafür, wie Menschen Tieren aus vermeintlicher „Tradition“ schreckliches Leid zufügen. Es handelt sich bei Foie gras um die verfettete Leber junger männlicher Enten und Gänse, die mit enormen Mengen „Futter“ zwangsgestopft werden, bis sich ihre Leber krankhaft weit über das normale Maß vergrößert hat – und zuweilen sogar reißt. (Info PETA).


Das wäre die passive Konsequenz. Die aktive wäre, das Thema anzusprechen und darum zu bitten, die Foie Gras von der Speisekarte zu nehmen. Auch nicht soooo leicht, dieser Schritt.


Ich verzichte auf den leckeren Bergkäse vom Marktstand, weil mir der Verkäufer auf meine Nachfrage nach dem Lab unwirsch mitteilt, dass Käse mit tierischem Lab hergestellt werden MUSS. Sonst schmeckt er nicht. Tut er doch! Man müsste es nur mal probieren. Eine Freundin von mir stellt Ziegenkäse her. Die habe ich nach dem Lab gefragt. Die Antwort: das war mir gar nicht klar, dass es auch mit mikrobiellem Lab geht. Das probier ich aus. Hat sie getan. Und das Ergebnis ist megalecker !


Ein Thema, das für mich gerade nachdenkenswert ist: Eine der Heilmethoden, die ich gelernt habe ist die Blutegeltherapie. Hatte ich nie ein Problem mit, da man die Blutegel nach der Therapie zurückgeben konnte und sie in einem ‚Blutegelrentnerteich‘ nach getaner Arbeit den Rest ihres Lebens verbringen durften. Inzwischen ist das aber gesetzlich verboten und so müssen die Tiere umgebracht werden. Seitdem möchte ich keine Blutegelbehandlung mehr durchführen. Ja, ja, ich sehe schon, wie manche hier das Gesicht verziehen und sagen: ist doch nur ein Egel. Klar. Aber muss ich den deshalb umbringen? Erst macht der einen super Job und zum ‚Dank‘ dafür, lege ich ihn zum Sterben in den Tiefkühler? Nein, muss ich nicht, ich kann ihn auch zu Hause aufbewahren und dann darf er weiterleben….


Das meine ich mit den Konsequenzen. Es gibt Dinge, die kann ich leicht ändern, dann gibt es Dinge, die fallen mir wahnsinnig schwer. Wenn man mal anfängt, dann ist das ein offenes Ende. Je mehr man sich damit beschäftigt, desto mehr Veränderung bringt es…..und das ist dann die Veränderung zum Guten.


Das ist meine Bitte: einfach mal anfangen. Kleine Alltagssituationen überdenken und schauen, ob wir sie nicht besser machen können – für uns und die Tiere. Und niemanden überschütten mit grauenvollen Bildern. Die helfen nicht, sondern sie lähmen uns. Machen uns fast handlungsunfähig. Mir geht das jedenfalls so. Wenn ich ein Tier z.Bsp. kinesiologisch behandle, dann schließe ich die Behandlung immer ab mit der Frage an mich selbst: Alles getan zum Wohl des Tieres? Wenn ja, ist gut. Wenn nein, mache ich weiter. So lange, bis es gut ist. So könnte ich dann auch den Satz, den ich neulich gelesen habe ‚ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen könnte‘ ersetzen mit ‚am Ende ist alles gut. Und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende‘ .

Wussten Sie schon, dass Menschen keine Mäuse

25.Juni 2016

sind? Tatsächlich? Herzlichen Glückwunsch, denn dann sind Sie viel schlauer, als zum Beispiel der Wissenschaftsrat. Der Wissenschaftsrat ist ein Gremium, welches Forschungsvorhaben als förderwürdig einstuft. Zum  Beispiel das neue Forschungsinstitut Imitate der Albert-Ludwigs-Uni Freiburg. Ein Gremium ist prima. Finde ich. Das ist so schön neutral. Da kommt man nicht gleich auf die Idee, dass Menschen dahinter stecken. Denn Menschen sind doch eigentlich – oder werden zumindest so definiert –  verstehend, verständig, bzw. weise, gescheit, klug, vernünftig und was weiß ich noch alles.


Demnach können aber in dem Wissenschaftsrat, dem Gremium also, keine wirklichen Menschen tätig sein. Denn die müssten doch wissen, dass Menschen keine Mäuse sind. Oder der Herr Gerd Walz, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin des Freiburger Uniklinikums und  Imitate-Sprecher. Oder seine Forscherkollegen und -kolleginnen. Oder die Landeswissenschaftsministerin Theresia Bauer (von den Grünen !) und ihre  ‚Bundeskollegin‘ Johanna Wanka.


Denn selbst wenn diese Gremienmenschen und Direktorenmenschen und Tierforschermenschen und Wissenschaftsministermenschen nicht verstehend, verständig, vernünftig und weise sind, so könnten sie doch vielleicht wenigstens klug sein. Und kluge Menschen machen sich schlau, wenn sie was nicht gleich wissen. Und bringen in Erfahrung, was da mit insgesamt 57 Millionen Euro gefördert wird.


Sie machen sich zum Beispiel schlau darüber, ob es wirklich Sinn macht, durch Injektion von Krebszellen bei Mäusen bösartige Tumore auszulösen. Sie machen sich schlau darüber, dass es zwar gelingen kann, bei Mäusen diese im Labor hergestellten Tumore zu bekämpfen, dass sich aber daraus  keine wirksamen Therapien bei Menschen ergeben haben. Sie machen sich schlau darüber, dass Tierversuche nicht auf Menschen übertragbar sind – denn Menschen sind eben keine Mäuse. Und nebenbei bemerkt auch keine Schafe. Denn den Schafen wurden dann schon mal in einem Versuch die Beine gebrochen um herauszufinden, wie das denn mit dem Zusammenwachsen der Knochen so ist. Bei den Schafen. Die auf 4 Beinen laufen und nicht auf 2 Beinen so wie wir Menschen. Und wer auf 4 Beinen läuft, der hat eine ganz andere Belastung als einer, der auf 2 Beinen läuft. Wo macht der Vergleich und die Forschung hier Sinn? Und warum wird nicht viel mehr Geld in tierversuchsfreie Forschungsmethoden investiert – davon wurden unzählige in den letzten Jahrzehnten entwickelt. Zum Beispiel In-vitro-Verfahren, bei denen potentielle Wirkstoffe an Mikroorganismen oder menschlichen Zellen und Gewebe getestet werden. Und diese Tests an Mikroorganismen und Zellen und Gewebe sind schmerzfrei!


Die obenstehenden Informationen über den Unsinn der Tierversuche sind Auszüge aus  der Broschüre ‚Der Mensch ist keine Maus – falsche Versprechungen der tierexperimentellen Forschung‘ von  ‚Ärzte gegen Tierversuche e.V.‘ Ausführliche Informationen finden Sie unter http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de.  Wenn Sie denken, Sie halten das nicht aus, das wollen Sie nicht lesen und nicht die Bilder sehen auf der o.g. Homepage, dann fasse ich hier am Ende dieses Beitrags nur ein paar Fakten zusammen. Für Menschen, die Tiere lieben und helfen möchten, dass diese ganzen sinnfreien Tierversuche endlich aufhören. Und die vielleicht auch endlich mal Argumente haben möchten gegen Tierversuche und nicht ’nur‘ einen Kloß im Hals, das Gefühl, dass so etwas einfach nicht sein darf. Dass wir so etwas nicht zulassen dürfen. Dass es ethisch nicht vertretbar ist. Und für  Gremien und schon erwähnte Personenkreise, die sich vielleicht auch mal über das informieren wollen, was sie so großzügig finanziell unterstützen und fördern. Schlau machen halt.


Und das ist meine Bitte an Sie: Wir haben heute alle Möglichkeiten, uns zu informieren. Sie, als Fürsprecher für die Tiere: sammeln Sie Argumente gegen Tierversuche, tauschen Sie sich aus, schließen Sie sich zusammen, schauen Sie nicht weg. Tun Sie Ihre Meinung kund und holen Sie sich Unterstützung. Stellen Sie sich vor, es ist Ihr Hund, Ihre Katze, Ihr Pferd, Ihr Tier – egal was es ist. Tierversuche verursachen so viel Leid, Kummer und Schmerzen: für nichts.


Und Sie, die Sie mit Tierversuchen zu tun haben, direkt oder indirekt: Hinterfragen Sie das, muss es wirklich sein, dass so viele Millionen von Tieren sterben? Wenn Sie nur den geringsten Zweifel haben: artikulieren Sie ihn. Machen Sie sich zu Nutze, dass wir heute Zugriff auf die Ergebnisse der Versuche haben können und hinterfragen Sie die Erfolge kritischer. Machen Sie sich bewusst, dass nicht an Dingen sondern an Lebewesen geforscht wird. Und in diesem Fall können Sie forschen mit foltern gleichsetzen.


Und Sie, die mit Tieren so gar nichts am Hut haben. Wahrscheinlich sind Sie dann gar nicht auf dieser Seite – wenn aber doch, dann denken Sie einfach darüber nach, wie es wäre, wenn Sie stundenlang in einem Becken um Ihr Leben schwimmen müssten. Vorher hat man Ihnen noch ein bisschen Testosteron gespritzt. Warum Sie um Ihr Leben schwimmen müssen? Wenn Sie aufgeben und sich treiben lassen, dann ist erwiesen, dass Sie zu Depressionen neigen und keinen Lebensgeist haben. Blöder Test? Nicht aussagekräftig? Richtig ! Wird aber an der Universität Düsseldorf an Ratten durchgeführt. Und ist sicher auch von einem Gremium als förderwürdig eingestuft worden. Was wäre eigentlich, wenn Sie sich treiben lassen um Energie zu sparen? Depression, fehlender Lebensgeist oder etwa eine schlaue Überlebensstrategie?

 

Und hier sind sie jetzt also, einige Fakten über Tierversuche, zitiert/übernommen aus dem Informationsblatt der Ärzte- gegen-Tierversuche.eV

  • Tierversuche sind grausam. Mehr als 3 Millionen Tiere sterben jedes Jahr in Deutschland im Tierversuch. D.h. alle 10 Sekunden stirbt ein Tier. Die Dunkelziffer ist mindestens 2,5 mal so hoch, tatsächlich leiden und sterben 7,7 Millionen Tiere im Labor
  • Tierversuche sind nicht übertragbar. Ratten vertragen 300-mal mehr Asbest als der Mensch, bevor sie Krebs bekommen. Mäuse vertragen 1 Million mal mehr Bakterien als der Mensch, bevor sie eine Blutvergiftung bekommen
  • Bei 25.000 Tierversuchsstudien gab es eine ‚Erfolgsquote‘ für die klinische Anwendung von 0,024%.
  • Tierversuche sind gefährlich. Zwar leider hauptsächlich für die Tiere aber nicht nur. 92 % der aufgrund von Tierversuchen für den Menschen als wirksam und ungefährlich geltenden Medikamente fallen durch die klinische Studie (= Menschenversuch) und erhalten keine Marktzulassung (wieviel Geld wird denn dann dafür verpulvert?)
  • 20-50% der zugelassenen Medikamente werden später wieder vom Markt genommen oder mit Warnhinweisen versehen.
  • 58.000 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr an Nebenwirkungen tierversuchserprobter Arzneimittel = Todesursache Nr. 4
  • Tierversuche sind Geldverschwendung. Mindestens 2,7 Milliarden € stehen allein der Deutschen Forschungsgemeinschaft jährlich aus unseren Steuergeldern für Tier- versuche zur Verfügung – der tierversuchsfreien Forschung nur 4-5 Millionen €.
  • Tierversuche sind ein lukratives Geschäft. Zwischen € 60,00 und € 2.000,00 kostet 1 Maus, je nachdem, wie der Experimentator sie ‚gebaut‘ haben will. Daraus ergibt sich allein in Deutschland ein Umsatz von 1,9 Milliarden pro Jahr nur für MÄUSE.

Ich geh den ganzen Weg...

3.Mai 2016

mit Dir, das habe ich in Gedanken immer zu meinen Tieren gesagt, wenn sie älter und grauer wurden. Und danach möchte ich nicht noch einmal ein Tier haben und wieder vor der Entscheidung stehen: muss ich mich jetzt verabschieden, mein Tier gehen lassen oder geht es von alleine. Und wenn ich es entscheiden muss, wann ist denn der richtige Zeitpunkt. Wer sagt mir denn, dass es jetzt ist und nicht schon einen Tag vorher oder eine Woche später? Mein erster Kater wurde eingeschläfert und ich konnte nicht dabei sein. Ich hab mir geschworen, das passiert mir nie wieder. Mein zweiter Kater starb in meinen Armen. Der dritte Kater wurde eingeschläfert, als ich verreist war. Ich habe es nicht geschafft, rechtzeitig zurückzukommen und habe mich furchtbar gefühlt.


Meine Katze hat mich viele, viele Jahre begleitet. Sie wurde sehr alt, sie wurde dement, sie wurde taub, hat nur noch wenig gesehen, sie hat sich verlaufen und ich habe große Ängste ausgestanden, dass ich sie nicht wiederfinde. Sie war aber immer sehr freiheitsliebend und so habe ich erst die Katzenklappe verschlossen, als es gar nicht mehr anders ging. Da war sie aber zufrieden mit, sie hat zum Schluß eh die meiste Zeit verschlafen. Wenn sie wach war oder aufgewacht ist, hat sie nach mir gerufen. Da sie nichts mehr gehört hat, war das Rufen entsprechend laut, auch nachts. Ich habe mich oft wie gerädert gefühlt, wenn ich gerade erst eingeschlafen war und sie dann die Idee hatte, jetzt ist Zeit für Fressen oder Schmusen oder manchmal auch ein bisschen spielen. Und manchmal bin ich auf Unverständnis gestossen, weil ich nicht mehr abends weggehen wollte oder länger in Ferien in der letzten Zeit. ‚Du musst doch auch an Dich denken, wieso tust Du Dir das denn an?‘


Gegenfrage: Was hab ich mir denn angetan? Was sind ein paar – oder auch mal viele paar – Nächte mit wenig Schlaf? Es ist doch auch schön, wenn man zu seinem grauen Schnauzentier geht, es zu sich nimmt und an sich kuscheln lässt und dieses dann entspannt einschläft für den Rest der Nacht, weil es sich aufgehoben und beschützt fühlt?


Ich war in ständiger Sorge, dass ich den ‚richtigen Moment‘ verpasse, dass ihr Zustand in Leiden übergeht und ich das vor lauter nicht Loslassen können nicht sehen will.


Ich habe schon viele Sterbebegleitungen gemacht und Tiere gehen sehen, es ist nichts Fremdes für mich und auch nichts Schlimmes. Das Sterben gehört halt dazu, bei jedem Lebewesen. Ich bin froh, dass wir die Möglichkeit haben, unseren Tieren zu einem würdigen Ende zu verhelfen und ihnen viele Schmerzen ersparen können. Und dass wir dabei sein können – wenn wir das denn können. Ich weiss, dass es viele Menschen nicht schaffen, diesen letzten Weg mit Ihrem Vierbeiner zu gehen, sie können es einfach nicht aushalten. Und deshalb muss sich auch niemand schuldig fühlen, unsere Tiere verstehen das schon. Die haben meist ihr Leben lang fast nichts anderes getan, als uns zu beobachten und zu studieren, manchmal denke ich, sie haben uns besser durchschaut als wir uns selbst. Aber es kann auch sehr sehr friedvoll sein, gemeinsam mit seinem Tiergefährten die letzten Stunden zu verbringen und da zu sein, dabei zu sein, wenn er sich von selbst auf den Weg in eine andere Welt oder ein anderes Leben macht – wer weiss das schon. Es zeigt sich nochmals eine große Verbundenheit und Innigkeit, gepaart natürlich mit großem Schmerz und Verlustgefühl. Aber so ist das halt, wenn einer geht, er hinterlässt ein Vakuum, eine unfassbare Lücke, eine unendliche Leere. Kein Katz mehr, das einen gurrend und schnurrend begrüßt, wenn man die Tür aufschliesst oder eben auch kein Hund mehr, der einem schwanzwedelnd entgegenkommt und fragt: und was machen wir jetzt, ich bin total ausgeruht und Du?


Es dauert lange, bis es tief drinnen an kommt, dass es kein ‚es ist‘ sondern jetzt ein ‚es war‘ heißt und ich bin froh, dass ich mit meiner Katze den ganzen Weg gehen konnte. Und es wäre mir nicht in den Sinn gekommen, sie zum Schluss noch in einen Transportkorb zu stecken und irgendwohin zum Einschläfern zu bringen. Ich habe das hier zu Hause, in meiner und ihrer vertrauten Umgebung machen lassen, ich habe mich vorbereitet, wollte bereit sein, den ganzen Weg mit ihr zu gehen und das war gut so, auch wenn es schmerzhaft war. Ich habe es nicht vorher gewußt, ob es der ‚richtige‘ Zeitpunkt war, aber sie konnte an mich gekuschelt friedlich gehen, sie ist wirklich eingeschlafen. Und erst Tage danach wusste ich, dass es tatsächlich der richtige Zeitpunkt war. Ich hab sie hier behalten, noch zwei Tage und Nächte und erst dann habe ich sie zum Einäschern abholen lassen. Das war nochmals ein schlimmer Moment, denn dann war auch der Körper weg, dann war sie ganz weg. Und es war nochmal ein Stück leerer.


Ich schreibe diesen Beitrag, weil ich es wichtig finde, sich mit dem Sterben und dem Verlust von seinem Tier zu beschäftigen. Und sich bewusst zu werden, dass man nur eine begrenzte Zeit zusammen hat. Und die sollte man nutzen, um es sich und seinem Vierbeiner gut zu machen. Um sich kennenzulernen, empathisch zu sein. Und wenn Sie Ihr Hund mal wieder mit seinen Dreckpfoten anspringt und Sie aussehen lässt, als hätten Sie schon die ganze Woche die selben Klamotten an, dann ärgern Sie sich nicht, schreien Sie ihn nicht an, überlegen Sie sich, was Sie tun können, um eine solche Situation in Zukunft zu vermeiden – ihn zu erziehen wäre so eine Möglichkeit.


Und wenn Ihre Katze auf Ihre Lieblingsjeans pieselt oder die frisch gebügelte Wäsche Ihres Partners oder Ihrer Partnerin, dann überlegen Sie nicht, sie abzugeben – die Katze -, sondern fragen sich, warum sie das macht und finden Sie eine Lösung.


Jetzt können Sie das noch. Irgenwann nicht mehr.


Mein Lieblingshundemädchen ist auch schon eine graue Schnauze und wenn sie manchmal nach einem Spaziergang so ganz langsam und gemütlich vor sich hintrottet oder mal stolpert, dann schau ich sie an und hoffe, dass sie uns noch lange Zeit erhalten bleibt. Und wenn sie dann massiv Streicheleinheiten einfordert oder mal ihre ‚zickigen Minuten‘ hat, dann hätte ich sie früher zurechtgewiesen. Heute denke ich: ok, sie ist halt eine alte Hundedame – lass mal gut sein. (Aber das lass ich sie natürlich nicht wissen, auf gar keinen Fall).


Ob irgendwann wieder eine Katze hier einzieht? Keine Ahnung, irgendwann vielleicht schon. Aber bis dahin möchte ich nicht gefragt werden: Und? Holst Du Dir eine Neue? Was soll das heißen: eine Neue? Das ist kein Auto, kein Dampfkochtopf, das ist, bzw. war ein Lebewesen, das mit mir, seinem Menschen, viele Jahre verbracht hat, das ist nicht austauschbar. Und: es braucht seine Zeit: zu trauern, sich zu verabschieden, sich an die neue Situation zu gewöhnen und das verdient Respekt. So wie der letzte gemeinsame Weg.

Flattert Ihnen auch jedes Jahr eine

11.Oktober 2015

freundliche Erinnerung ins Haus, dass die nächste Impfung für Ihren Vierbeiner fällig ist? Haben Sie sich jemals gefragt, ob das wirklich notwendig ist? Ihr Hund ist vielleicht schon eine graue Schnauze, die Katze kein Freigänger sondern ein Wohnungstiger – und trotzdem impfen? Jedes Jahr auf’s Neue?


Was passiert eigentlich bei einer Impfung? Eine Impfung ist eine Art künstliche Infektion. Mit einer Spritze werden abgeschwächte oder veränderte Erreger (z.Bsp. Grippeviren) dem Impfling (in diesem Fall Ihrem Haustier) millionenfach in den Körper injiziert. Damit wird der Weg der natürlichen Virusinfektion umgangen und der Organismus wird schlagartig von einer Heerschar von Viren überfallen, ohne dass er Zeit dazu hatte, sich darauf vorzubereiten und Abwehrmassnahmen ergreifen zu können. Bei einer natürlichen Infektion hätte der Körper mehrfach Gelegenheit zur Virusabwehr gehabt, zum Beispiel über die Schleimhautabwehr aller Körperöffnungen und – sollte diese Abwehr versagen – über die regionalen Lymphdrüsen.


Der Körper hätte nicht nur Gelegenheit zur Abwehr der Viren gehabt, sondern hätte sie auch kennen lernen und identifizieren können. Der ganz bestimmte Code, der jedem Virus zu eigen ist hätte zukünftg die Abwehrmaßnahmen des Körpers gegen diesen speziellen Eindringling optimiert und so das Immunsystem auf natürliche Art und Weise stimuliert.


Nach der Impfung – also der künstlichen Infektion – wird bei dem größten Teil der Impflinge ein erhöhter Abwehrspiegel (Antikörper-Titer) erzeugt. Das passiert aber nicht sofort, sondern erst nach einer Zeit der Abwehrschwächung (Immundepression). Jede Impfung bewirkt erst einmal eine Schwächung der Abwehr, weil der Körper ja keine Gelegenheit hatte, vorbereitend Abwehrmaßnahmen zu ergreifen. Nach der Abwehrschwäche steigt durch die Impfung der Antikörper-Titer sprunghaft an. Immunforscher sind der Meinung, dass erst danach der beabsichtigte Impfschutz vorhanden und belastbar ist. Die Frage ist aber, ob ein Körper ohne einen so hohen Antikörper-Titer wirklich schutzlos ist. Ist es nicht so, dass der Organismus auch aus eigener Kraft und ohne Impfung genügend wirksame Abwehrmöglichkeiten besitzt?


Die Immunabwehr stützt sich nicht in erster Linie auf eine dauerhaft vorhandene hohe Menge von Antikörpern gegen jeden erdenklichen Erreger auf dieser Erde – das wäre bei der Masse von unterschiedlichsten Krankheits- keimen auch gar nicht zu leisten. Die Immunabwehr stützt sich in erster Linie auf ein Wiedererkennungs- und Identifizierungssystem, bei dem jeder Krankheitserreger, gegen den der Organismus einmal Antikörper-Abwehrstoffe gebildet hat, wie auf einer Festplatte abgespeichert und jederzeit abrufbar, bzw. reaktivierbar ist.


Also erzeugt der Körper auch ohne Impfung die notwendigen Antikörper, wenn er mit denselben oder ähnlichen Keimen in Kontakt kommt. Daraus können wir durchaus logisch schließen, dass auch keine Folgeimpfungen notwendigen sind, wenn sich einmal Antikörper gebildet haben.

Auch Menschen werden nicht jährlich gegen Masern, Windpocken, Röteln etc. geimpft – Tiere aber schon! Die Frage ist doch: Warum soll das notwendig sein? Geimpft wird mit Lebendimpfstoffen oder sogenannten Totimpfstoffen. Die Lebendimpfstoffe wirken schneller und sollen verträglicher sein. ABER: Lebendwirkstoffe vermehren sich im Impfling und werden auch auf die Föten/Embryos übertragen und können über das Fleisch weiterverbreitet werden.


Den Totimpfstoffen werden zu den inaktivierten Erregern Zusatzstoffe beigefügt, die die Abwehrkräfte steigern sollen.


Lassen Sie diesen Satz einfach mal in sich wirken und denken Sie darüber nach: einerseits überschwemmt man den Körper mit Viren und schwächt die Abwehr, andererseits fügt man unnatürliche ‚abwehrsteigernde‘ Stoffe zu, die der Organismus ja auch noch irgendwie verarbeiten muss. Impfungen mit Totimpfstoffen müssen mehrfach wiederholt werden, um die Wirksamkeit zu steigern.


Was ist denn nun so drin in den Impfstoffen – egal ob tot oder lebendig? Da findet sich Fremdeiweiss, Viren, Toxine, Quecksilber !!, Aluminiumverbindungen !!, Antigene von Bakterien, Phenole (= u.a. Farbstoffe, Hormone, Säuren), Stabilisatoren – und die unterliegen zum größten Teil nicht dem Arzneimittelgesetz und müssen nicht toxikologisch geprüft werden.


Auch enthalten ist Gentamycin, ein Antibiotikum, das schwerste Nebenwirkungen hervorbringt. Dazu zählen Gehörschäden durch Schädigung des Hirnnerves, der für Gleichgewichtssinn und Hören verantwortlich ist. Diese Schädigungen sind meist irreversibel. Des weiteren Nierenschäden, Muskelschwäche, Taubheit der Glieder bis hin zum anaphylaktischen Schock, Epilepsie, Abort.

Wenn unbedingt geimpft werden muss, dann beachten Sie bitte unbedingt:  niemals in eine bestehende Krankheit hineinimpfen, keine Mehrfachimpfung (Kombiimpfung), die Tiere müssen voruntersucht und gesund sein, keine trächtigen Tiere impfen, keine Säuglinge impfen (die haben Antikörperschutz durch Muttermilch)


Und stellen Sie sich immer nochmals die Frage: muss das wirklich sein ?


Tollwutimpfung: bis vor ein paar Jahren wurde noch jährlich Tollwut geimpft – obwohl wir hier keine Tollwut haben. Dann kam die Information, die Tollwutimpfung ‚hält‘ für 2 Jahre und jetzt muss nur noch alle 3 Jahre gegen Tollwut geimpft werden. Stellt sich da nicht die Frage, wie ein Impfstoff, der sich seit Jahr und Tag nicht verändert hat, erst ein, dann zwei und jetzt plötzlich drei Jahre wirksam sein kann?


Nachdem alle Pferde, die an öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen, seit mindestens 20 Jahren gegen die Pferde-Influenza geimpft werden, haben Herpesvirusinfektionen drastisch zugenommen. Also wird jetzt auch gegen Herpes geimpft.


Und noch was zum Nachdenken: wenn die Impfungen so wirkungsvoll sind, welche Gefahr ginge von einer ungeimpften Katze in einer Katzenpension aus? Oder von einem ungeimpften Hund in der Hundeschule? Wenn doch alle anderen Tiere dort geimpft sind, haben sie den super Impfschutz und es kann gar nichts passieren…..theoretisch. Aber die Wirksamkeit von Impfungen ist ein ganz eigenes Thema.


Ein Organismus, der gar nicht auf eine Impfung reagiert, ist oft nur zu schwach, um sich zu wehren und nicht so stark, dass es ihm nichts ausmacht! Ein gesunder Organismus muss sich gegen die Vielzahl von Viren, die ihm durch eine Impfung eingepflanzt werden wehren: durch Fieber, Müdigkeit, u.U. Erbrechen oder Durchfall. Deshalb geben Sie bitte NIE einem Tier, das nach einer Impfung Durchfall bekommt oder erbricht, Medikamente gegen diese Folgen – hier muss ausgeleitet und der Organismus unterstützt werden.


Impfschäden sind auch vererbbar und können über die Muttermilch übertragen werden. Nach einer Impfung braucht der Körper ein Ventil, um die Giftstoffe zu entsorgen – und dieses Ventil ist meistens die Haut. Es entstehen dann Pusteln, Ekzeme, Haarausfall, Ödeme….


Nach jeder Impfung kann es zu Erkrankungen oder Komplikationen kommen – auch Wochen und Monate später kann dies noch passieren. Nur bringt niemand mehr diese Erkrankung mit der Impfung in Verbindung.


Also, wenn Ihnen das nächste Mal eine freundliche Impfeinladung in’s Haus flattert, überlegen Sie gut, ob Sie sie annehmen. Und wenn Sie jetzt denken: ach diese Homöopathen, die machen da echt wieder ein Riesending draus, dann empfehle ich Ihnen das Buch: Hunde würden länger leben, wenn…….. In diesem Buch geht es nicht nur um Hunde, sondern um Tiere und Menschen und um das Impfen generell.

Und wer hat’s geschrieben? Eine Homöopathin? Nein! Eine Tierärztin, nämlich Dr.med.vet.Jutta Ziegler. Danke dafür!

Alles hat seine Zeit und alles braucht seine Zeit - eigentlich. Aber diese

20.Juni 2015

Zeit wird immer schneller – im tatsächlichen Leben, im Umgang mit Menschen und Tieren und in der Wortwahl sowieso. Das spüre ich in meinem Leben und auch in meiner Arbeit sehr oft. Da ist ein Tier schon Wochen oder sogar Monate lang krank, alles mögliche wurde bereits probiert und jetzt liegt die große Hoffnung auf dem (schnellen) Erfolg einer homöopathischen Behandlung.


Ich nehme mir Zeit – für eine Erstanamnese ungefähr 1 bis 1 ½ Stunden. Ich stelle viele Fragen, ich nehme das Tier wahr, berühre es, finde das homöopathische Mittel, welches am Besten passt. Ich erkläre, welche Reaktionen auftreten könnten, aber nicht unbedingt müssen und wie die Homöopathie wirkt. Manchmal wirkt ein Mittel extrem schnell, innerhalb weniger Stunden oder Tage. Und manchmal braucht es Zeit: je länger eine Krankheit besteht, desto länger kann die Heilung dauern und auf dem Weg dorthin können alte Krankheiten wieder akut werden, um dann endgültig abzuheilen. Je nach Potenz lasse ich die Mittel dann auch mal länger und in Ruhe, ihre Arbeit tun’. Und höre dann: also vor einer Woche hat mein Tier jetzt das Mittel bekommen, warum tut sich da denn jetzt nichts. Dann nehme ich mir noch mal Zeit und erkläre: dass ich nicht jeden Tag ein anderes Mittel geben kann, dass ich nicht nach einer Woche ein Mittel wiederholen möchte, zeige auf, dass es doch bereits Veränderungen gab, aber halt Schritt für Schritt und nicht ‚Peng’ auf einmal ist alles gut.


Die Tierhalter meiner Patienten sind glücklicherweise überwiegend geduldig und der Erfolg gibt dem ‚Zeit lassen’ recht. Und sich Zeit lassen, bzw. sich Zeit geben, sollte man auch im Umgang mit seinen Tieren. Wenn ein Tier neu ins Haus kommt, muss es sich erst einmal orientieren. Es braucht Zeit, uns zu beobachten und Zeit um zu erkennen, wie der Tagesablauf bei uns ist und Zeit, zu lernen, was wir von ihm erwarten. Ich erziehe keinen Hund in 4 Wochen, selbst wenn es ‚eigentlich ein ganz Lieber, aber…’ ist oder megaintelligent. Ein Tier braucht Zeit für seine Entwicklung – so wie wir auch. Und gemeinsam brauchen unser Tier und wir richtig viel Zeit, um eine Beziehung aufzubauen (finde ich übrigens viel viel wichtiger, als dass der Hund gleich sitz, platz und bleib kann), um Vertrauen zu fassen und uns in unserem gemeinsamen Leben einzurichten.


Die Jahre bringen Veränderungen in unserem Leben, und auch für diese Veränderungen brauchen wir Zeit. Wir gehen mit unserem Hund durch die Welpenzeit, die Rüpelzeit und und und …und dann kommt die Zeit des Älterwerdens, da braucht es sowieso noch mal mehr Zeit – bei Menschen und Tieren.


Mir kommt es so vor, als wäre es in unserer jetzigen Zeit absolut wichtig, möglichst alles gleichzeitig zu tun: Mails bearbeiten und dabei die Katze streicheln, mit dem Hund rausgehen und über das Handy unsere Termine zu besprechen, selbst beim Ausreiten mit dem Pferd werden vom Sattel aus wichtige Gespräche geführt. Wenn ich mit Hundehaltern ‚Menschen-und-Hunde-Training’ mache, dann nehme ich mir auch Zeit: ich zeige, was der Hund mit seiner Körperhaltung ausdrückt, was er mitteilen will, was seine Reaktionen auf bestimmte Situationen bedeuten. Aber auch wenn es eine ‚Hundesprache’ gibt, gibt es unter Hunden Unterschiede im Ausdruck. Und wenn ich mir nicht die Zeit nehme, dies zu beobachten, dann lese ich ein Tier falsch und dann kann ich die Situation nicht verbessern, sondern verschlimmere sie u.U. noch durch eine Fehlinterpretation. (Das wäre dann die vergeudete Zeit.) Wenn mir ein Mensch sagt: mein Hund macht draußen bei anderen Hunden ‚blöd’, dann nehme ich mir die Zeit und schaue zuerst einmal, wie sich der Hund denn zu Hause in seinen vier Wänden verhält. Das ist wichtig, weil ich vom Verhalten drinnen auch auf das Verhalten draußen schließen kann. Und wenn wir Dinge drinnen verändern, kann sich das auf das Verhalten draußen positiv auswirken.


Ich gebe aber auch zu, dass ich höllisch aufpassen muss, um mich nicht mit dem ‚Alles-gleichzeitig-erledigen-können-müssen-Virus’ anstecken zu lassen. Da gibt’s jetzt nämlich jetzt nicht gerade mal ein Globuli dagegen, da liegt es an mir, darauf zu achten, dass ich mich nicht mit meinem Auto an jemandem vorbeiquetsche, der gerade nicht auf Anhieb in seine Parklücke passt und dass ich nicht vor dem Fahrradfahrer noch schnell über die Straße laufe oder ungeduldig mit dem Fuß tapse, wenn der Mensch vor mir an der Kasse sein passendes Kleingeld nicht schnell genug aus dem Geldbeutel klaubt.


Dabei hilft mir aber sehr, dass ich mich in die Situationen hineinversetzen kann: ich werde sauer und extrem gestresst, wenn Mitmenschen rücksichtslos mit einem Affenzahn an mir mit Fahrrad oder Auto vorbeidonnern, mir den Einkaufswagen in die Fersen rammen, mich – den Blick fest auf ihr Handy gerichtet – einfach umrennen und keine Zeit haben Entschuldigung zu sagen (ihnen aber genügend Zeit bleibt um ein ‚Mensch pass doch auf’ über die Lippen zu bekommen).


Um das mal schnell alles kurz zusammen zu fassen: lassen Sie sich Zeit, setzen Sie sich nicht dauernd selber unter Druck und denken Sie immer daran: alles hat seine Zeit, alles braucht seine Zeit und auch Tim Bendzko hat es nicht geschafft, nur mal kurz die Welt zu retten.


Mehr Beiträge zum Thema Zeit gibt es auch in der Blogparade: http://emotures.de/allgemein/blogparade-endlich-zeit-finden

Ich zieh mir mein Fell aus...

17.Mai 2015

Mimi, eine grauweiße Katze mit längerem Fell macht ihrem Frauchen Sorgen. Sie rupft sich die Haare aus und niemand weiß warum. Es wurde ein großes Blutbild gemacht, alle Werte sind tiptop in Ordnung. Als ich zu unserem vereinbarten Termin komme, sitzt Mimi auf dem Fensterbrett. Die Vorderpfötchen stehen nebeneinander, der Schwanz ist sorgfältig einmal um die Katze geringelt – sie wirkt ein bisschen wie eine Prinzessin, die ihren Besuch empfängt. Nur ihr Fell passt nicht so richtig zum Prinzessinenimage: überall hat sie kahle Flächen, als hätte sie die Motten. Als ich sie anspreche, legt sie erst ihren Kopf in meine Handfläche und dann leckt sie mir über die Finger und schnurrt. Die Anamnese ist umfangreich und dauert lange, Mimi verharrt die ganze Zeit in ihrer ursprünglichen Stellung und blinzelt uns ab und zu an. Ich stelle Fragen über Fragen, es gibt keinen Hinweis auf einen Grund von Mimis Rupfattacken. Ich frage die Tierhalterin, ob sie in letzter Zeit in den Ferien war, das verneint sie. Eine andere Katze, die mit im Haushalt lebte war vor einem Jahr gestorben, aber Mimi hat nicht sehr um sie getrauert. Ich bin ein bisschen ratlos, frage ob es sonst irgendwelche Veränderungen gegeben hätte, Handwerker, neue Möbel? Nein, nichts. Aber die Schwester der Kundin war für ein paar Tage zu Besuch gewesen, die hätten sich aber gut verstanden. Die Kundin hat die Schwester wieder nach Hause gefahren und danach fing das mit dem Rupfen richtig heftig an. Dann stellt sich heraus, dass die Schwester ziemlich weit entfernt wohnt und die Tierhalterin deshalb 3 Tage weg war, die Fahrt wäre sonst zu anstrengend geworden. Also hatte doch eine Trennung statt gefunden und zwar gleich doppelt: von der Schwester der Kundin und dann auch noch von der Kundin selbst. Auch wenn es nur für ein paar Tage war. Während ich in meinen Gedanken die passenden homöopathischen Mittel durchgehe, versenkt Mimi ihre Nase an einer Stelle, an der noch Fell vorhanden ist, zuppelt ein bisschen daran herum und rupft sich ganz ruhig und gelassen ein Büschel aus. Sie kuckt noch mal zu uns und wiederholt das Ganze an einer anderen noch behaarten Stelle. Es hat nur eine einzige Gabe von dem passenden homöopathischen Mittel gebraucht um Mimis Kahlschlag zu beenden. Das Fell ist nachgewachsen und als die Tierhalterin das nächste Mal ihre Schwester besucht hat, hat Mimi das Mittel nochmals zur Unterstützung bekommen und hat ihr Fell dort gelassen, wo es hingehört: an ihrem Katzenkörper.

2 x Nulltoleranz

16.Mai 2015

2  Meldungen in der Badischen Zeitung haben mich diese Woche besonders beschäftigt:

1. Seit Tagen Protestaktion hinter Gittern. Das ist die Meldung der BZ am 9.5.15.  70 Häftlinge in der JVA sollen seit Tagen das Essen verweigern. Der Grund: In der Gefängnisküche arbeitet ein homosexueller Mithäftling. Die Gefängnisleitung denkt darüber nach, die Häftlinge in andere Gefängnisse zu verlegen.

Liebe Gefängnisleitung: bitte nicht verlegen! Weiter hungern lassen. Unbedingt! Jeder, der jemals gefastet hat, weiß doch, dass Fasten den Geist erhellt, die Gedanken klärt und sich ein großer Friede ausbreitet. In diesem Stadium könnte man dann ja noch mal über den Auslöser dieser Nahrungsverweigerung nachdenken und eventuell in Revision gehen. Viel Erfolg.

2. Entlaufener Kampfstier verletzt 11 Menschen. Das ist die Meldung der BZ am 16.5.15. Toledo/ Madrid: Bei einem Volksfest in Mittelspanien hat ein entlaufener Kampfstier elf Menschen verletzt. 2 Besucher, darunter einen neun Jahre alten Jungen, schwer. Die Polizisten töteten den Stier, indem sie ihn mit einem schweren Fahrzeug rammten. Das Tier war entlaufen, als es für einen Stierkampf in der Arena angeliefert wurde. Am Vorabend wurde bei einem Stierkampf in Madrid ein Torero vom Kampfstier schwer verletzt.

Eigentlich verliere ich bei so einer Meldung die Sprache. Ich werde traurig und wütend und ich wünsche den Menschen, die sich über so ein ‚Schauspiel‘ belustigen können oder es als Sport bezeichnen von ganzem Herzen, dass es einmal ‚Klick‘ macht und sich die Situation umdreht. Dass der Stier den blutrünstigen, grausamen und sadistischen Part übernimmt und sich der Torero und der Zuschauer urplötzlich in der Rolle dessen wiederfindet, der langsam und qualvoll vor einer jubelnden und grölenden, absolut hirnfreien Menschenmenge zu Tode kommt. Wie kommt man dazu, einem Lebewesen so etwas anzutun? Es nur zu diesem Zweck heranzuzüchten? Und wie kommt man dazu, Kinder für so etwas begeistern zu wollen? Wie krank ist denn so eine Gesellschaft! Und was hat das alles mit Kulturerbe zu tun??? Wieviel sagt schon der Umstand aus, dass der entlaufene Stier mit einem schweren Fahrzeug gerammt und somit umgebracht wurde? Von Polizisten, die dies auch mit einem Gewehr schmerzloser hätten erledigen können. Wie fühlt es sich an, wenn man an einer Mauer steht und langsam von einem Auto zerquetscht wird? Toleranz?  Null! Jeder, der so etwas unterstützt, sollte die Panik, die Angst, das Ausgeliefertsein, die Wut, die Hilflosigkeit und den Schmerz am eigenen Körper verspüren müssen. Fände ich mehr als gerecht!

Mütter... finden Sie nicht auch, dass die Bedeutung einer Mutter für ihr Baby

8.Mai 2015

oder Kleinkind in unserer Gesellschaft völlig überschätzt wird? Ist doch jetzt wirklich nicht sooo wichtig, dass so ein Kleines die erste Lebenszeit ganz eng mit der Mutter verbringt. Das kann doch ruhig auch mal alleine in seinem Zimmer bleiben oder mit anderen Babys und Kleinkindern zusammen sein….Und das ganze Theater mit dem Stillen, das so ungeheuer wichtig sein soll. Es ist doch viel einfacher, die ersten paar Tage noch zu stillen und dann auf Muttermilchersatz in Pulverform umzusteigen.


Wie bitte? Das sehen Sie jetzt aber ganz anders? Recht haben Sie, das tun nicht nur Menschenmütter, sondern Tausende von Mutterkühen und ihre neugeborenen Kälbern auch. Und trotzdem regt sich fast niemand drüber auf. Warum eigentlich nicht? Was ist denn so unterschiedlich bei einem menschlichen oder tierischen Baby? Außer, dass das eine 2 und das andere 4 Beine hat. Arme und Beine sind paarige Gliedmassen oder Extremitäten und jawoll: schon haben wir wieder eine Übereinstimmung mehr. Warum werden die einen sofort von der Mutter getrennt und abgestillt? Und den anderen spricht man Mutterliebe und –milch quasi per Gesetz zu? Vielleicht finden Sie den Vergleich etwas überzogen (ich übrigens nicht), aber wer jemals gehört und erlebt hat, wie eine Mutterkuh nach ihrem Kalb ruft, das man ihr einen Tag nach der Geburt weggenommen hat und sieht, wie verloren ein neugeborenes Kalb ohne seine Mutter ist, der versteht, was ich hier ausdrücken möchte.


Kinder gehören zu ihren Eltern – egal wie viele Extremitäten sie haben! Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Und Muttermilch gehört in die Babys und sonst nirgendwo hin. Wann immer ich Kälber in ihren kleinen Plastikkälberhüttchen sehe, frage ich mich, wer das eigentlich verantworten kann und wer sich das eigentlich ausgedacht hat.

Wie war das noch im letzten Beitrag mit der Definition von ‚Mensch’? Das war so: Menschen können sich auch Fragen stellen, die in grundlegender Weise die eigene Existenz und Zukunft betreffen, etwa nach ihrer persönlichen Freiheit, nach ihrer Stellung in der Natur und ihrem Umgang damit ….. Zu diesem Thema können Sie weiterlesen: http://www.kuhplusdu.de Danke dafür! .

"Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können,

8.Mai 2015

muss man vor allem ein Schaf sein.‘ Zitat von Albert Einstein Wenn ich das jetzt mal auf uns Menschen übertrage, dann heißt das doch: um ein tadelloses Mitglied unter Menschen sein zu können, muss man vor allem ein Mensch sein.


Laut Wikipedia ist der Mensch (auch Homo sapiens, lat. verstehender, verständiger, bzw. weiser, gescheiter, kluger, vernünftiger Mensch) ein höheres Säugetier aus der Ordnung der Primaten. Zu den charakteristischen Merkmalen menschlichen Daseins gehören Angewiesenheit auf mitmenschliche Zuwendung und Versorgung in einer lang andauernden Kindheit, ….. kulturelle und soziale Bindungen, … ein reflektiertes Verhältnis zu sich selbst, zu den eigenen Antrieben, Handlungen und ihren möglichen Folgewirkungen. Menschen können sich auch Fragen stellen, die in grundlegender Weise die eigene Existenz und Zukunft betreffen, etwa nach ihrer persönlichen Freiheit, nach ihrer Stellung in der Natur und ihrem Umgang damit …..


Ja Mensch: warum tun wir das denn dann nicht??????? Wir können das alles und nutzen es nicht. Was für eine Verschwendung. Und wie schade für den Umgang mit unseren Tieren. Die haben nämlich nicht die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen auf ihre persönliche Freiheit und ihre Stellung in der Natur. Wer einen Beitrag mit einem gescheiten Zitat beginnt, darf auch mit einem gescheiten Zitat aufhören. Finde ich. Und das tu ich jetzt auch, nämlich mit einem Zitat von Milan Kundera: ‚Die wahre moralische Prüfung der Menschlichkeit äußert sich in der Beziehung der Menschen zu denen, die ihnen ausgeliefert sind: zu den Tieren.‘ Noch Fragen?

Die Wurmkur: vom Sinn und Unsinn und wer kurt hier eigentlich?

5.Mai 2015

In jeder Erstanamnese stelle ich auch die Frage nach der Entwurmung von Hund oder Katze. Sehr häufig lautet die Antwort: klar, machen wir regelmäßig alle 3 – 4 Monate. Meine Folgefrage: ja hat Ihr Tier denn Würmer? Antwort: keine Ahnung, das ist uns so empfohlen worden, wir machen das halt schon immer so.


Liebe Leser und ‚Wir-machen-das-halt-so-Entwurmer‘: Bitte lassen Sie die Wurmkur erst mal Wurmkur sein. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Tier von Würmern befallen sein könnte, dann lassen Sie doch einfach den Kot untersuchen. Und wenn dann tatsächlich Würmer festgestellt wurden, oder Sie selbst diese in den Hinterlassenschaften Ihres Vierbeiners festgestellt haben, dann machen Sie sich Gedanken über die Art des Entwurmens (nein, es muss keine chemische Wurmkur sein, es gibt superwirksame pflanzliche Alternativen, homöopathische Wurmkuren und vorbeugende Behandlungsmöglichkeiten über die Ernährung). Selbst Welpen werden schon regelmäßig entwurmt und niemand überlegt sich, was das so macht in einem Hunde- oder Katzen- oder auch Pferdedarm.


Chemische Wurmkuren enthalten teilweise Antibiotika und dass Antibiotika die Darmflora enorm schädigt, hat sich inzwischen herumgesprochen. Je öfter chemisch entwurmt wird, desto mehr wird der Darm geschädigt und je mehr der Darm geschädigt ist, desto anfälliger wird er für Wurmbefall. Also: ich entwurme und entwurme chemisch und regelmässig einen gesunden und meist wurmfreien Darm und schädige und schwäche ihn damit nachhaltig.


Treten dann tatsächlich Würmer auf, haben sie ein leichtes Spiel, denn sie finden keine abwehrbereite, intakte Darmflora mehr vor. Und eine geschwächte Darmflora ist auch ein prima Nährboden für Infektionen, bzw. Erkrankungen überhaupt. Der Körper kann kein intaktes Immunsystem aufbauen, nicht für den ‚Ernstfall‘ üben und Abwehrkräfte bilden,  damit werden Tür und Tor für Infektionskrankheiten und Parasiten weit geöffnet. Wenn so ein Wurmmittel die Würmer tötet, wie wirkt es dann im Organismus von unserem Tier? Und was ist mit den darin enthaltenen Giften, die die Nerven angreifen??


Mit einer guten Ernährung können Sie Wurmbefall vorbeugen und wenn Sie 2 – 3 x pro Woche ein Schnapsglas voll Karottensaft oder täglich fein geriebene Karotte über das Futter geben, haben Sie eine 1-A-Wurmprophylaxe. Auch Petersilie oder geriebene Kokosnuss sind gut für das Darmmilieu und unterstützen die Wurmabwehr. Bei Katzen ist das mit den Kräutern schon etwas schwieriger, aber da gibt es auf jeden Fall die Möglichkeit einer homöopathischen Wurmkur und das Immunsystem stärken ist ja sowieso immer ein Muss. Nehmen Sie die chemische Wurmkurkeule bitte nicht auf die leichte Schulter, so leicht sie inzwischen einzugeben ist, so schwer sind aber die Folgen für die Gesundheit Ihres Tieres. Hinterfragen Sie den Sinn einer Wurmkur, lassen Sie zuerst den Kot untersuchen und finden Sie gesundheitlich unbedenkliche Alternativen. Deren gibt es viele.


Zum Schluss noch einen Tip zu den gefürchteten Giardien: Giardien ernähren sich ausschließlich von Kohlehydraten. Bevor Sie Ihr Tier vergiften, hungern Sie die Giardien einfach aus: 5 Tage nur rohen Pansen (ja, riecht streng und ist nicht schön anzuschauen, ist aber super gesund – auch für Zähne und Zahnfleisch – und man kann ihn notfalls auch im Freien füttern) und die Sache ist erledigt. Wenn Ihr Hund oder Ihre Katze ’schlitteln‘, also mit dem Hintern über Gras oder Teppich rutschen, dann kann das auch an einer vollen Analdrüse liegen und nicht immer an Würmern.

Und warum heißt die Wurmkur jetzt Wurmkur? Ich habe keine Ahnung, vermute aber mal, dass sich die Pharmaindustrie gesundkurt – die Tiere auf jeden Fall nicht.

Von "Fußhupen" und anderen Hunden

25.April 2015

Vor kurzem wurde ich von einer Familie um Hilfe gebeten, deren Hund  bei jedem Klingeln an der Tür, bei jedem Besuch, egal ob von Fremden oder Freunden, jedes mal komplett ausflippte und sich in einen wahren Bellrausch steigerte. Während wir uns daran machten, dieses Problem zu lösen, erfuhr ich, dass demnächst noch ein zweiter Hund im Haushalt aufgenommen werden sollte – ein Chihuahua. ‚Das ist doch kein Hund, eher eine Fußhupe oder eine Ratte‘ kommentierte ein Familienmitglied verächtlich den Neuzugang.


Da hat es mir dann doch mal kurz die Sprache verschlagen. Ich überhöre solche Aussprüche nicht mehr, weil ich sie einfach für ignorant und respektlos halte. Auch Klein- und Kleinsthunde sind Hunde mit allem ‚drum und dran‘, alle Sinne und Instinkte sind genauso entwickelt, wie bei einem ‚großen‘ Hund. Nur halt in einem kleineren Körper. Und genauso wie jeder andere Hund auch – und das ist mir ein echtes Anliegen – muss auch ein so kleiner Hund erzogen werden. Das wird leider oft übersehen, klar, so ein Kleiner schleift einen ja auch nicht über den Asphalt, wenn er auf die andere Straßenseite will.


Bei einem großen Hund sieht das schon anders aus. Ich habe einige Chihuahuas als Patienten und weiß, was die alles so leisten können. Zwei davon sind in einer Suchhundestaffel und meistern ihre Aufgaben bravourös und als Beste im Team. Sie sind clever und lernbegeistert – man muss sie halt nur aus ihrem Täschchen oder vom Arm runter lassen und sie fordern und fördern. Und sich dann von den Fähigkeiten überraschen lassen und Abbitte tun.


Wie in so vielen Bereichen, liegt die Qualität nicht in der Größe eines Pakets, sondern in dem, was wir darin finden. Tiere sind immer eine Bereicherung für uns Menschen, nicht nur wir lehren sie, sondern auch sie lehren uns viele Dinge. Egal welches Tier, egal welche Größe und Rasse. Es gibt ein wunderbares Buch von Mark Rashid mit dem Titel: ein gutes Pferd hat niemals die falsche Farbe. Wenn das nicht ein Innehalten und eine Überlegung wert ist, weiß ich auch nicht….Der Hund, der den Anstoß für diesen Beitrag gegeben hat, ist übrigens inzwischen deutlich entspannter – und seine Menschen auch.

Graue Schnauzen - unser Vierbeiner wird älter

20.April 2015

Wenn ein Tier bei uns einzieht, dann denken wir im Allgemeinen noch nicht daran, wie es wohl sein wird, wenn unser neuer Mitbewohner in die Jahre kommt. Vorab kann ich schon mal sagen: es ist nicht viel anders, als wenn wir Menschen in die Jahre kommen und unsere mehr oder weniger kleinen Macken und Eigenarten perfektionieren. Wenn es hier und da plötzlich ziept, viele Dinge plötzlich zu schnell an einem vorbeigehen und sonst alltägliche Situationen nicht mehr so gut gemeistert, sondern auf einmal zu einer Herausforderung werden.


Unsere Vierbeiner versuchen, ihre Zipperlein so lange wie möglich zu verbergen. Hunde wollen plötzlich nicht mehr auf ‚Sitz‘ reagieren, weil ihnen die Knochen weh tun. Auch bei längeren Wanderungen oder wenn es bergauf geht, fallen sie zurück, fangen plötzlich vermehrt an zu schnuppern und so zu tun, als wäre alles andere interessanter, als das Laufen. Sie kommen nicht mehr so gut in das Auto oder wieder heraus, auch rennen und apportieren ist anstrengender.


Die Katzen haben plötzlich Probleme, auf das Sofa zu springen, manchmal rutschen sie auch ab und setzen sich dann auf den Boden um sich zu putzen und tun so, als hätten Sie sowieso nicht da hoch gewollt. Bei mehreren Hunden oder Katzen im Haus, wird unser Senior plötzlich abgedrängt und manchmal auch gemobbt.


Die Knochen und Gelenke können schmerzen, das Seh- und Hörvermögen lässt nach und auch mit der Orientierung hapert es manchmal.

Auf all das sollten wir achten und uns klar machen, dass unsere Grautiere jetzt noch mehr unsere Unterstützung brauchen. Einstiegshilfen für das Auto (am besten schon üben, so lange alles noch ok ist und wir ein Spiel daraus machen können), Aufstiegshilfen für die Katze, damit sie noch immer wann sie will zu uns auf das Sofa zum Kuscheln kommen kann.


Und das Wichtigste: wir sollten immer dafür Sorge tragen, dass wir unserem Tier seine Würde und sein Selbstvertrauen erhalten können. Es braucht jetzt jede Hilfestellung und diese sollte auch selbstverständlich gewährt werden, schließlich sind wir schon gemeinsam einen langen und schönen Weg gegangen. Wir können unserem ‚Grauchen‘ den Lebensabend erleichtern, wenn wir frühzeitig die Probleme erkennen. Wir können Tagesablauf, Ernährung, Haltungsbedingungen positiv anpassen und uns damit noch eine schöne gemeinsam Zeit schenken.


Sehr wütend und gleichzeitig traurig war ich, als ich zur Behandlung zu einem sehr alten Hund gerufen wurde, der sich fast nicht mehr bewegen konnte. Auf Nachfragen habe ich erfahren, dass sein Frauchen eine lange Bergwanderung mit ihm gemacht hat, ohne Rücksicht auf seinen Zustand zu nehmen. Auf meinen Vorschlag, mit dem Hund kürzere und ebene Strecken zu laufen, oder ihn auf beschwerliche Wanderungen nicht mehr mitzunehmen,  reagierte sie ausgesprochen verständnislos. Es müsste doch möglich sein, dem Tier etwas gegen die Schmerzen zu geben, sie würde ihn schon täglich mit verschiedenen pflanzlichen Mitteln versorgen, da könnte eines mehr ja wohl nicht schaden.

Unser Tier wird immer versuchen, mit uns Schritt zu halten, schliesslich möchte es ja mit uns zusammen sein. Aber mit solch einer Einstellung, schwächen wir sein Selbstbewußtsein und sein Lebensgefühl – von der Lebensenergie mal ganz zu schweigen.


In diesem Sinne: halten Sie die Fahne für Ihre graue Schnauze hoch, geben Sie Unterstützung, Hilfe und Respekt und vor allem: bleiben Sie ihm trotz aller Veränderungen in Liebe verbunden.

Das Pferd und das Mädchen

13.April 2015

Ein Bekannter von mir arbeitet als Hufpfleger und kommt viel auf den Höfen in unserer Umgebung herum. Irgendwann wurde er darauf angesprochen, dass in einem alten, nicht mehr genutzten Kuhstall ein Pferd ganz alleine stehen würde und es nie bewegt oder zum Weidegang herausgeholt würde. Er besprach sich mit seiner damaligen Frau, einer engen Freundin von mir und wir beschlossen, da mal näher hinzuschauen. Die Hofbesitzer teilten uns mit, das Pferd – ein Hengst – stünde da seit 1 Jahr, sie würden ihn nicht mehr rauslassen, weil er sich über ein Auto, das in die Koppel raste, erschreckt hatte und durchgegangen war – später stellte sich heraus, dass das Tier schon mehrere Jahre so untergebracht war.


Die Tochter des Hauses, die früher ein sehr enges Verhältnis zu dem Tier hatte, interessierte sich inzwischen leider nicht mehr dafür und so kümmerte sich niemand mehr um ‚Hokee’ – so nenne ich ihn mal (bedeutet verlassen, ausgesetzt). Der Hufpfleger schlug vor, die völlig verwahrlosten Hufe zu behandeln und irgendwann fuhren wir zu Dritt auf den Hof, um Hokee anzuschauen. Ich bin wirklich viel gewöhnt und habe auch viel mit Fällen aus dem Tierschutz zu tun – dass aber so etwas ein paar Kilometer von Freiburg entfernt möglich ist, hätte ich nicht erwartet. Wir kamen in einen dunklen Stall, es gab keine Fenster, die Licht durchgelassen hätten, in der hinteren Ecke ging eine Funzel an, nachdem wir auf den Lichtschalter gedrückt haben. Und in dieser Ecke, ganz hinten, stand das Pferd. Keiner von uns wird diesen Anblick jemals aus seinem Gedächtnis löschen. Wir gingen sehr vorsichtig drauf zu, aber Hokee schien wohl zu spüren, dass wir ihm helfen wollten und er ließ sich zu unserer Überraschung ohne Widerstand anfassen, streicheln. Da es nicht möglich war, bei diesem schlechten Licht an den Hufen zu arbeiten, beschlossen wir, ihn vor den Stall zu führen. Wir mussten Hokee gegen die Wand drücken, weil er gar nicht in der Lage war, zur Hufpflege ein Bein aufzuheben. Später sind wir sehr vorsichtig mit ihm noch zu einer Wiese nebenan gegangen – es musste ewig her sein, dass er mal Sonne und Gras gesehen hatte.


Ich hätte die Leute am Liebsten angezeigt (und das waren noch die freundlichsten Gedanken, die mir für sie in den Sinn kamen) aber wir wollten Hokee übernehmen und verhandelten deshalb. Wir haben unsere Sparschweine geleert und wurde von Freunden und Kunden unglaublich unterstützt. Irgendwann haben wir ihn abgekauft und tatsächlich einen unglaublich hilfsbereiten Stallbesitzer gefunden, der bereit war, einen Hengst notfallmässig unterzubringen und ihn uns dort hochpäppeln zu lassen. Und genau das haben wir getan, wir haben dann auch noch einen Tierarzt gefunden, der ihn kastriert hat, denn als Hengst hätten wir ihn auch nicht im Stall lassen können wegen der anderen Pferde. Hokee war umgänglich, freundlich, unendlich liebenswürdig und saugte alle Zuneigung auf, die er von uns bekam – und das war eine Menge! Eines Tages kam eine Frau mit ihrer Tochter auf den Hof. Diese hatte von Hokee gehört und wollte ihn gerne ansehen. Und sie verliebte sich vom ersten Moment an in Hokee und er war völlig begeistert von ihr. Wir hatten das Gefühl: endlich hat er ‚sein’ Mädchen wiedergefunden, das sich um ihn sorgt und kümmert und ihn nicht einfach verlässt. Und genau das ist dann auch passiert: die Beiden wurden ein unschlagbares Team und das war schon von weitem sichtbar. Und jetzt heißt er auch nicht mehr Hokee – schließlich ist die Zeit des Verlassenseins vorbei und er ist endlich angekommen. Er hat auch einen Pferdekumpel gefunden und es ist eine Freude zu sehen, wie sie gemeinsam über die Koppel toben.

Die Zweitkatze

12.April 2015

Immer wieder erzählen mir Tierhalter, dass sie das Gefühl haben, ihrer Einzelkatze wäre es langweilig und sie wäre nicht ausgelastet. Oder sie hatten schon immer 2 Katzen, die sich gut verstanden haben. Leider liegt es in der Natur der Dinge, dass uns irgendwann eines unserer Tiere verlässt und das andere genauso ‚verwaist‘ zurückbleibt wie wir selbst. Kummer und Trauer sind unendlich groß, während wir uns ablenken können, haben wir unserer nun Einzelkatze gegenüber ein schlechtes Gewissen.


Es muß nicht immer der Tod eines Haustieres sein, es können sich auch bei uns berufliche oder private Veränderungen ergeben und plötzlich kommt unsere Katze in Bezug auf Streicheleinheiten, Zuwendung oder schlichtweg gemeinsame Zeit zu kurz. Und dann steht die Überlegung im Raum, einer neuen zweiten Katze ein zu Hause zu schenken.


Im Prinzip ist das keine schlechte Idee, aber vielleicht gilt das auch nur für uns und unser Vierbeiner sieht das ganz anders aus seinen Katzenaugen. Katzen sind keine Freunde großer Veränderungen und manchmal blühen sie als Einzelkatzen auch richtig auf und genießen die Ruhe, dass es keinen Konkurrenten mehr gibt oder sie uns für sich alleine haben. Ich wünsche mir aufgrund der vielen Geschichten, die ich über mehr oder weniger erfolgreiche Katzen-Zusammenführungen gehört habe, bzw. bei denen ich um Hilfe und Unterstützung gebeten wurde, dass sich jeder Zweibeiner rechtzeitig vorher seine Gedanken macht: welche Katze passt zu meiner? Eher jünger, eher älter, will sie überhaupt ein neues Familienmitglied?


Es ist meistens nicht sehr erfolgreich, wenn wir zu unserer Seniorkatze ein kleines Katzenbaby ins Haus holen, das vor Energie und Aktivität nur so strotzt und nichts als Unsinn im Kopf hat – besser wäre es, eine dem Alter und dem Charakter entsprechende Katze mit aufzunehmen. Und wir sollten den Beiden denn auch genügend Zeit geben, sich aneinander zu gewöhnen. Dieser Prozeß kann sehr gut homöopathisch unterstützt werden. Wir wissen nie im Voraus, ob das gut geht oder nicht. Oft höre ich dann: das war eine super Entscheidung, die Beiden passen prima zusammen und jetzt geht es uns allen wieder besser. Es gibt aber auch die andere Seite: die ‚alte‘ und die neue Katze gewöhnen sich trotz aller Unterstützung eben nicht aneinander. Es gibt Gefauche und Geknurre, vielleicht fängt eine der Katzen in dieser Situation an, in der Wohnung zu markieren oder sich das Fell auszurupfen. Allerspätestens dann sollten wir uns dazu entschließen, für die neu dazugekommene Katze ein anderes, passenderes zu Hause zu suchen.


Stellen Sie sich vor, Sie müssen den Rest Ihres Lebens auf engstem Raum mit jemandem verbringen, den Sie nicht leiden können. Und Sie haben keine Chance, das zu änderen. Das ist ein Zustand, der alle Beteiligten unglücklich macht. Wir als Menschen können ausziehen und uns eine neue Wohnung suchen – Freigängerkatzen machen das auch oft, die ziehen dann zum Nachbarn. Wohnungskatzen können das nicht und verbringen u.U. den Rest ihres Katzenlebens in Stress und Aufregung. Das haben sie nicht verdient und deshalb bitte ich jeden Tierhalter in einer solchen Situation: Schauen Sie genau hin, beobachten Sie genau und handeln Sie dann so, wie Sie es für sich in Ihrem Leben auch gerne hätten.

Natürlich Tiere heilen: warum ich tue, was ich tue...

8.April 2015

Seit vielen Jahren arbeite ich in meiner Tierheilpraxis mit Tieren und damit auch in gewisser Weise mit deren Menschen. Egal ob Hundetraining, gesundheitliche Probleme, Verständigung zwischen Tier und Mensch, artgerechte Tierhaltung – immer sind auch die Tierhalter gefragt und ohne sie geht gar nichts. Ich finde es toll zu sehen, wie sich Dinge postiv verändern, wie gut Tiere auf Homöopathie reagieren und wie schnell sich oft Dinge zum Guten wenden. Darüber und auch über ganz konkrete Themen wie Ernährung, Impfung, Entwurmung, Tierkrankheiten, Angst- und Aggressionsverhalten, neue Lebensformen etc. schreibe ich in diesem Blog. Ich freue mich, wenn ich damit zum Nachdenken anregen oder den: ‚Ach so ist das!‘ Funken auslösen kann.

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